Buchweizen und seine Vorteile für den Körper

Dr. Simone Koch

Dr. Simone Koch

Expertin im Bereich der Autoimmunerkrankungen

Ungefähr einmal die Woche gab es bei meiner Oma Buchweizengrütze mit selbstgemachtem Obstkompott aus dem Garten. Das war dann kein Nachtisch oder so, sondern wirklich eine Hauptmahlzeit, denn Oma und Opa waren sparsam.

Ich roch den Buchweizen immer schon beim Reinkommen und finde auch heute noch, dass er einen ganz eigenen, sehr charakteristischen Geschmack und Geruch hat. Sogar einer meiner Lieblingsbuchcharaktere liebte Grütze: Nis Puk, ebenso wie alle Puken (kleine Kobolde) lieben die Grütze mit viel Butter.

Sarah Ballantyne, die Paleomom, empfiehlt Buchweizen als ein recht früh wieder einzuführendes Pseudogetreide. Doch was ist dran, am Buchweizen? 

Zunächst mal muss man ihn mögen. Wie oben schon erwähnt, hat Buchweizen einen ganz eigenen Geschmack, der nicht jedermanns Sache ist. Buchweizen hat – außer dem ähnlichen Namen – rein gar nichts mit den Getreiden zu tun, er enthält auch kein Gluten . Rein botanisch gesehen, ist er sogar mit dem Rhabarber verwandt. Ursprünglich in China beheimatet, hat er schon vor Jahrtausenden seinen Siegeszug über die Kontinente angetreten. Buchweizen wird, wie Untersuchungen von Rückständen zwischen den Zähnen gezeigt haben, seit über 30.000 Jahren konsumiert und ist unserem Körper daher bekannter als die Fertigpaleobrotbackmischungen, die zum Teil auf dem Markt sind.

Buchweizen enthält so ziemlich als einziges Nahrungsmittel erwähnenswerte Mengen des Flavonoids Ruetin, welches Gerinnungsstörungen verhindert, Insulinresistenzen vorbeugt, Darmdysbiosen bekämpft und das Immunsystem reguliert. Für Ruetin konnte zudem eine starke antiinflammatorische, eine antitumoröse, sowie eine muskelrelaxierende Wirkung gezeigt werden. Zudem wirkt es leicht antihypertensiv.

Bei häufigem Konsum von Buchweizen kommt es zu einer deutlich erniedrigten Inzidenz von Dickdarmtumoren

Nimmt man regelmäßig Buchweizen in Kombination mit ungesättigten Fettsäuren zu sich, kommt es, auf Grund der antioxidativen Wirkung des Ruetins, deutlich seltener zur Bildung von Transfettsäuren. Ruetin hat zudem eine überaus positive Wirkung auf das Fettsäurenverhältnis in unserem Körper: Es hilft LDL-Cholesterin zu senken und HDL-Cholesterin zu erhöhen, während gleichzeitig weiterhin gute Spiegel an Cholesterin für eine gesunde Steroidhormonsynthese zur Verfügung stehen. Verstärkt wird dieser Effekt noch von der Proteinstruktur des Buchweizens, denn diese ist einzigartig und hat zusätzlich eine überaus positive Wirkung auf das Fettsäurenverhältnis in unserem Körper.

Das gleichzeitig im Buchweizen enthaltene Quercitin wirkt antibakteriell und erhöht die Widerstandskraft gegenüber den schädlichen Auswirkungen von UV-B-Strahlung. Als Mitglied einer Familie, in der es in jeder Generation zu mindestens einem Fall von Hautkrebs gekommen ist, kann ich nur sagen: Danke Oma!

Buchweizen und seine Vorteile für den Körper

Bluthochdruck konnte in Studien erfolgreich gesenkt und Herzkreislauferkrankungen verbessert werden. Ebenfalls  wurde für Buchweizen eine Insulin- und Blutzucker stabilisierende Wirkung gezeigt. Und auch wenn sein Gesamtproteinanteil eher gering ist, lassen sich im Buchweizen alle essentiellen Aminosäuren finden. Buchweizen enthält außerdem die eher seltenen Nährstoffe Eisen, Calcium, Phosphor, Kupfer, Zink und Jod, welche sich vor allem in der Schale befinden, weshalb immer die ganze Saat verwendet werden sollte.

Zudem verfügt Buchweizen über ein besonderes Protein, das Thiamin (Vitamin B1) bindet und seine Bioverfügbarkeit deutlich erhöht. Durch diese Bindung wird das B1 wesentlich unempfindlicher während der Verarbeitung und übersteht auch höhere Temperaturen. Erst im Verdauungstrakt wird es durch Proteasen abgespalten und aufgenommen.

Aber wo Licht ist, ist immer auch Schatten:

So sind Typ I-Allergien gegen Buchweizen relativ häufig und können Asthma bronchiale, Heuschnupfen und Nesselsucht auslösen.

Seine Verwandtschaft zum Rhabarber beschert ihm einen hohen Gehalt an Oxalsäure, der für Menschen mit Nierenproblemen und bei bestimmten Leber- und Gallenstörungen problematisch sein kann. Zudem ist Oxalsäure ein sogenannter Antinährstoff, der die Aufnahme von Mineralien verhindern kann. Darüber hinaus ist Buchweizen, im Gegensatz zu den meisten anderen Getreiden, stark histaminhaltig – und muss daher von histaminintoleranten Menschen gemieden werden.

Nach einer erfolgreichen Elementationsphase sollte Buchweizen also versuchsweise wieder eingeführt und auf seine Verträglichkeit getestet werden. Sind eventuelle Unverträglichkeiten und Histaminprobleme sicher ausgeschlossen, dann bringt der Buchweizen viele wertvolle Eigenschaften mit und kann das Leben sehr erleichtern. Auf Grund seines hohen Kohlenhydratanteils sollte er aber nicht in zu großen Mengen und nicht zu häufig verzehrt werden. Gemüse als Grundpfeiler der Ernährung, sollte dauerhaft bestehen bleiben. Aus diesem Grund führen wir Buchweizenmehl auch dauerhaft im Sortiment des Shops der Autoimmunhilfe:

Rezept: Lieblingspancakes meiner Kinder

  • 1 Tasse ganze Buchweizensaat
  • Kokoskefir (bis die Saat bedeckt ist)
  • 24 Stunden stehen lassen, ggf. nochmal Wasser zufügen, wenn der Kefir komplett weg gesogen wurde.
  • Durch die Anfermentierung verliert der Buchweizen seinen bitteren Geschmack fast vollständig.
  • 2 sehr reife Bananen
  • 4 Eier
  • etwas Ghee zum Braten

Zubereitung Buchweizenpancakes

Alles im Mixer mixen bis ein glatter Teig entsteht. Danach portionsweise in der Pfanne mit Ghee ausbacken.

Das perfekte Sonntagsfrühstück – Guten Appetit!

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Autorin

Dr. Simone Koch

Simone Koch ist Expertin für Autoimmunerkrankungen. Sie beschäftigt sich mit Hashimoto, Darmerkrankungen und vielen unterschiedlichen Autoimmunerkrankungen. Zusätzlich entwickelt sie neue Behandlungsansätze für Menschen mit Autoimmunerkrankungen.

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