Autoimmunerkrankungen und Schwermetalle

Dr. Simone Koch

Dr. Simone Koch

Expertin im Bereich der Autoimmunerkrankungen

„Liebe Simone, erzähle doch mal etwas über Entgiftung.“, schrieb mir Tina neulich auf Facebook und da es sich hier um ein sehr breit gefächertes Thema handelt, beginne ich heute mit den Basics der Entgiftung und gehe auf Fragen ein wie: Worum geht es eigentlich insgesamt? Was ist eine toxische Gesamtbelastung? Welche Rolle spielt Quecksilber und wie gefährlich ist es wirklich, gerade bei Autoimmunerkrankungen? Wie kann ich die toxische Gesamtbelastung für mich reduzieren?

Inhaltverzeichnis

Bei der Entgiftung geht es immer darum:

Wie kann ich die toxische Gesamtbelastung für mich reduzieren? Wie kann ich meine speziellen genetischen Komponenten beeinflussen und verbessern? Hier geht es zum einen um Epigenetik – also: Kann ich Gene an- und ausschalten? – und zum anderen: Wie kann ich, wenn ich zum Beispiel weiß oder vermute, ich habe eine Genstörung, wie kann ich meinen Körper unterstützen, dass er besser funktioniert, obwohl ich diese Genstörung habe? Und wie kann ich andererseits dafür sorgen, dass ich weniger Giftstoffen ausgesetzt bin?

Was ist die toxische Gesamtbelastung

Die toxische Gesamtbelastung bezeichnet die Belastung durch Giftstoffe aus unserer Umwelt. Dazu gehören: Schwermetalle, toxische Mikroorganismen, Phthalate, Flammschutzmittel, Phenole, Xenoöstrogene, künstliche Östrogene, künstliche Hormone, Schimmelpilze, Wassergifte. All das, was auf uns einströmt – kombiniert mit einer Empfindlichkeit gegenüber Giftstoffen. Es kann natürlich sein, dass du zu den giftfesten Teutonen (die Toxikologen bezeichnen das so) gehörst. Dir das alles überhaupt nichts ausmacht und Giftstoffe stören dich wenig bis gar nicht.

Das Gegenteil trifft bei Menschen mit einer sehr hohen Suszeptibilität ein. Diese Personen reagieren schon auf kleinste Mengen an Giftstoffen und können so sehr stark beeinträchtigt werden. Und so kann es sein, dass etwas, was den giftfesten Teutonen überhaupt nicht tangiert, für den anderen ein riesen Problem sein und dazu führen kann, dass er schwere Vergiftungen erleidet – zum Teil vielleicht sogar letale Vergiftungen.

Es gibt eine relativ publike Case Study von einem Mann, der mehrere schwere Entgiftungsstörungen hatte und die als Fallbericht veröffentlicht wurde. Es war ein Syndrom-Komplex bekannt. Der Mann ist relativ jung verstorben – mit allen Symptomen einer schweren Schwermetallvergiftung. Man hat eine Autopsie und eine Pathologie des Gehirns durchgeführt und hat festgestellt, dass er alle Symptome einer schweren Neurotoxizität und einer Schwermetallvergiftung, in dem speziellen Fall Quecksilbervergiftung, hatte. Obwohl man in seinem Blut gar keine große Quecksilber-Belastung feststellen konnte. 

Man konnte nicht viel Quecksilber in seinem Körper finden und er hatte – glaube ich – zwei Amalgam-Füllungen. Also nichts groß beeinträchtigendes, würde man jetzt denken. Aber aufgrund dieser vielen genetischen Mutationen, die dieser junge Mann hatte, waren leider diese zwei Amalgam-Füllungen für ihn so viel, dass er wahrscheinlich – sicher beweisen kann man das nicht – an einer Quecksilbervergiftung oder an den Folgen von Quecksilber verstorben ist, obwohl er wenig Quecksilber ausgesetzt war.

Belastung durch Schwermetalle – Quecksilber

Es gibt verschiedenste Schwermetalle die uns beeinträchtigen können. Blei, Cadmium, Arsen – um einige zu nennen – und eben das Quecksilber. Für uns am relevantesten ist das Quecksilber wegen ein paar Besonderheiten im Metabolismus dieses Schwermetalls. Die anderen haben zum Teil auch erhebliche Auswirkungen aber das Quecksilber ist da mehr oder weniger am bedeutendsten – vor allen Dingen für Menschen mit Autoimmunerkrankungen.

Warum haben Menschen mit Autoimmunerkrankungen so viele Probleme mit Schwermetallen?

Das liegt daran, weil sie vermehrt bestimmte Polymorphismen haben, die dazu führen, dass Quecksilber schlecht entgiftet werden kann. Ein ganz wesentlicher Punkt hierbei ist die Glutathiontransferase – Glutathiontransferase-Störungen (abgekürzt GST). Es gibt GST 1 und 2. Störungen bei GST 1 und 2 führen dazu, dass die Schwermetalle im Körper sehr viel schneller toxische Wirkungen entfalten.

Die andere häufige Mutation ist die MTHFR-Mutation, die ebenfalls Entgiftungsschwierigkeiten macht. Sie ist nicht ganz so relevant für die Schwermetallentgiftung aber spielt auch eine große Rolle. Und weil diese Störungen vermehrt im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen auftreten und wahrscheinlich mit einer der Gründe ist, warum man eine Autoimmunerkrankung entwickelt, hat man ein vermehrtes Problem mit Schwermetallen.

Der Giftstoff Quecksilber

Quecksilber ist einer der Giftstoffe, denen wir nicht so richtig entkommen können. Und deswegen ist es so relevant. Quecksilber gehört elementar zu unserem Planeten. Es gibt Gebiete, in denen gibt es mehr oder weniger Quecksilber. Es war schon immer da und wird auch immer da sein. Das unterscheidet es relativ elementar von Stoffen, die wir selbst in die Welt gebracht haben und an denen wir selber schuld sind. Wie zum Beispiel PCB, was ja inzwischen – Gott sei Dank – verboten ist, sich trotzdem aber noch bei – zumindest nach den letzten toxikologischen Studien – 97 Prozent der Bevölkerung nachweisen lässt, weil es einfach ganz schwer wieder rauszubekommen ist aus unserer Umwelt. Aber diesen Stoff haben wir selbst erfunden und in größeren Mengen in die Welt gesetzt. Und jetzt müssen wir mit den Folgen leben.

Das ist beim Quecksilber nicht so. In gewisser Weise sind wir aber an den zum Teil sehr hohen Belastungen des Quecksilbers dennoch selbst schuld, weil wir vermehrt Quecksilber, was eigentlich im Stein und in der Erde gebunden wäre, in die Umwelt freisetzen. Vor allen Dingen durch den Abbau und die Verbrennung von Kohle. Durch die Verbrennung wird Quecksilber in die Luft hineingegeben und befindet sich damit auch in unserer Atemluft und verteilt sich durch das Aufsteigen in die Atmosphäre über den gesamten Planeten. Wusstet ihr, dass Winde so ähnlich wie Flüsse – also immer gleich in der Atmosphäre unseres Planeten laufen? Und darüber verteilen sich tatsächlich diese Quecksilber-Stäube überall hin.

Und ein anderer Punkt, den ich persönlich sehr spannend finde, ist, dass die Spanier – die Konquistadoren –, als sie Südamerika erobert haben, riesige Massen Quecksilber mit hinüber verschifft haben, um dort Edelmetalle abzubauen, wie Gold zum Beispiel. Und deswegen ist Mexiko eines der Länder mit der höchsten Quecksilber-Belastung im Boden überhaupt. Und auch daran sind wir – also die Europäer in diesem Fall – selber schuld. Das Quecksilber toxisch ist, das weiß man eigentlich schon ewig und aufgrund seiner Toxizität hat es auch ein sehr hohes mikrozides Potential. 

Man kann also damit Bakterien abtöten. Und deswegen hat man Quecksilber zum Teil genutzt, um zum Beispiel die Syphilis zu bekämpfen. Da beides neurotoxisch ist – sowohl Syphilis als auch Quecksilber – ist es nicht so ganz klar, ob es erfolgreich war und in welcher Form der Toxizität die Leute am Ende verstorben sind. Aber gegen den Syphilis-Erreger hat es auf jeden Fall ganz gut geholfen.

Und dann ist Quecksilber auch super spannend, weil es bei Raumtemperatur ein flüssiges Metall ist und man denkt: Wie toll ist das denn? Als ich klein war, daran erinnere ich mich noch, ist mal so ein typischer Unfall passiert. Ein Thermometer ist zerbrochen und dann haben sich diese kleinen Quecksilber-Kügelchen gebildet. 

Und was ich damals faszinierend fand, wenn man die Kügelchen angeschubst hast, dass die dann ineinander zusammengelaufen sind. Und das hat schon immer eine magische Wirkung ausgelöst, weswegen man es oft für einen Glücksbringer gehalten hat und zum Beispiel auf Becken gesprenkelt hat vor den Kindern. Wo ich heute denke – um Gottes Willen.

Die verschiedenen Formen von Quecksilber

Bei Quecksilber gibt es einmal organisches und anorganisches QuecksilberOrganisches Quecksilber (Hg0) ist erst einmal, wenn man das schluckt, eigentlich unproblematisch. Nimmt man es über den Mund auf, dann geht es durch den Körper und wird ausgeschieden wie es reingekommen ist. Es wird von unserem Körper null verstoffwechselt und nicht aufgenommen. Jetzt ist aber das Problem, dass es meistens nicht nur geschluckt wird, beziehungsweise dass Hg0 eher nicht in Nahrungsmitteln usw. zu finden ist, sondern dass es meistens eingeatmet wird. 

Durch den Staub der bei der Kohleverbrennung in den Kohlekraftwerken produziert wird und zum anderen leider vielfach durch die Amalgam-Füllungen. Desto mehr man kaut – vor allen Dingen, wenn man heiße Dinge zu sich nimmt, sehr heiß und vielleicht noch sehr säurehaltig isst, dann werden beim Kauprozess Gase aus den Amalgam-Füllungen freigesetzt und die atmen wir dann ein. Und über die Alveolen der Lunge wird Hg0 – also anorganisches Quecksilber – sehr gut aufgenommen. Und dann ist es in unserem Körper.

Und dann ist die Frage: Was passiert jetzt damit?

Es verteilt sich in unserem Körper und wird an verschiedenen Stellen abgelagert. Nach und nach wird es dann von unserem Körper – das ist ein sehr langsamer Prozess – umgewandelt in Hg2+ und ausgeschieden. Zum einen über den enteropathischen Kreislauf – über die Leber und dann wieder über den Darm – und zum anderen über die Niere. Das Hg0 und dann eben Hg2+ wird im Wesentlichen in der Niere abgelagert und zum anderen im Gehirn – und das ist das große Problem. Hg0 wird in relativ großer Menge schnell ins Gehirn aufgenommen, wird dort zügiger als im Rest des Körpers in Hg2+ umgewandelt, kann dann aber nicht mehr so richtig raus und hat dadurch im Gehirn eine Halbwertszeit von 18 Jahren. Es ist dann also nicht weg, sondern hat eine Halbwertzeit.

Und das bedeutet, dass wenn zum Beispiel eine Mutter – und leider ist das in meinem Fall so – den ganzen Mund voll Amalgam-Füllungen hatte, selbst wenn ich selber nie eine Amalgam-Füllung hatte, kann es sein, dass ich wegen Amalgam eine sehr hohe Quecksilber-Belastung habe. Warum? Weil ich bereits als Säugling, beziehungsweise als Fetus im Mutterleib, stark mit Quecksilber belastet wurde. Und das hat sich im Gehirn angelagert – wenn man bestimmte Genstörungen hat – und entfaltet bis zum heutigen Tage seine Wirkungen beziehungsweise ist dort persistiert.

Quecksilber lagert sich gern im Gehirn ab und ist besonders toxisch für Nervenstrukturen. Das heißt, es ist besonders toxisch für die Zellen des Gehirns und dort für spezielle Zellen – die Körnerzellen. Diese sind besonders empfindlich auf Quecksilber, weswegen die Symptome der Quecksilber-Vergiftung eben viel mit Nerven zu tun haben. Das kommt den Meisten sicher bekannt vor: Tunnelblick, Konzentrationsstörungen, Brainfog, Denkstörungen und in schwerer Folge später Appetitlosigkeit – dies sind Symptome, die auf Quecksilber zurückgeführt werden. An einer akuten Quecksilbervergiftung verstirbt man meistens durch Nierenversagen. Aber bei langfristigen Quecksilber-Expositionen ist die Neurotoxizität wesentlich erheblicher.

Dann gibt es die zweite Form des Quecksilbers und das ist das Methylquecksilber. Methylquecksilber ist eine organische Verbindung – also da hängt an dem Quecksilber eine Methylgruppe dran. Und dieses Quecksilber wird über unseren Magen-Darm-Trakt zu 100 Prozent aufgenommen. Das heißt, wenn man Methylquecksilber verschluckt, dann ist es auch im Körper drin drin. Und dadurch hat Methylquecksilber eine wesentlich höhere Toxizität als anorganisches Quecksilber. 

Das großes Problem ist, dass durch die zunehmenden Dysbiosen der heutigen Zeit – also durch das, was wir essen, durch unser industrialisiertes Essen, unsere Darmflora oft eher azidotisch ist. Normal wäre ein PH-Wert unter 7,0, heute liegt er häufig darüber. Und durch diese Veränderung in der Darmflora kommt es zunehmend zur Methylierung von organischem Quecksilber in unserem Darm und dadurch dann auch zur Aufnahme von Methylquecksilber in unseren Darm, wenn man anorganisches Quecksilber oral zu sich genommen hat.

Die Quellen in der Natur: Wo steckt Methylquecksilber drin?

Man weiß, dass wenn in Flüssen viel Methylcobalamin drin ist (also Vitamin B12 mit einer Methylgruppe), es dazu führen kann, dass durch die Mikroorganismen anorganisches in organisches Quecksilber umgewandelt wird. Das ist vor allen Dingen relevant für Gebiete, die großflächig geflutet wurden. Und es gibt die Vorstellung – Achtung das ist nicht wissenschaftlich am Menschen bewiesen, dass vielleicht, wenn man Methylcobalamin im Mund zergehen lässt, dass das, wenn man Amalgam-Füllungen hat, dazu führen könnte, dass das Quecksilber aus den Amalgam-Füllungen in Methylquecksilber umgewandelt wird. Und deswegen wird dazu geraten, sublinguales Methylcobalamin zu benutzen, wenn man Amalgam-Füllungen hat. Dafür gibt es keinen Beweis. Nichtsdestotrotz macht es vielleicht Sinn, darauf zu verzichten.

Und die zweite große Quelle in der Natur, wo extrem viel Methylquecksilber drin ist, ist Fisch. Dazu gibt es einige Einzelfallstudien und Untersuchungen. Die Fische nehmen aus der aquatischen Nahrungskette Methylquecksilber auf. Und das lagert sich im Laufe der Nahrungskette der Fische an. Das heißt, erst haben wir die Algen, dann fressen die kleinen Fische die Algen, dann fressen die größeren Fische die kleinen Fische und so weiter. Und am Ende haben wir den Thunfisch, welcher deswegen sehr stark quecksilberbelastet ist. 

Er ist so sehr belastet, dass man schon durch drei Tage hohen Thunfisch-Konsums (und da vor allen Dingen den richtig guten – White Tuna, den riesigen der Top-Sushi-Qualität hat), wenn man drei Tage hintereinander dreimal am Tag ein riesen Thunfisch-Steak von etwas 400 Gramm isst, dann kann es sein, dass man sich dadurch schon relativ erhebliche Quecksilbervergiftungen zuziehen kann und sich der Quecksilberspiegel im Blut um das Vier- bis Fünffache erhöht. Man kann also durch solche Expositionen kurzfristig seinen Quecksilber-Spiegel massiv in die Höhe treiben.

Fragen und Anmerkungen aus dem Live-Video

Quecksilber und Impfungen?

Thiomersal ist eine Verbindung in den Impfstoffen. Das ist Ethylquecksilber – also nicht Methyl-, sondern Ethylquecksilber. Ethylquecksilber ist nicht ganz so toxisch wie Methylquecksilber. Also man weiß noch nicht so genau, warum Methylquecksilber so toxisch ist – auch auf die Neurotoxizität getestet. Ethylquecksilber ist auch relativ toxisch aber halt entsprechend auch wichtig. Leider ist Thiomersal immer noch Bestandteil von Impfungen. Hoffentlich wird sich das demnächst irgendwann ändern. 

Quecksilber hat erhebliche Auswirkungen auf das Immunsystem und wird als ein wichtiger Trigger für die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen gehandelt. Und insofern: Wenn jemand halt diverse Genstörungen hat – die hat er ja von Anfang an und der wird dann halt nach dem üblichen STIKO-Schema geimpft –, dann kriegt er relativ viel hohe Dosen Ethylquecksilber schon gleich von Anfang an. Und das kann halt dazu führen, dass man damit sofort belastet wird.

Woran erkenne ich ein gutes Fischöl-Präparat?

Es sollte möglichst schwermetallfrei sein. Und das ist es nur, wenn es ultrafiltriert ist. Das heißt: Wenn es über bestimmte Membranen geleitet wurde, die alles an größeren Stoffen, wo auch die Schwermetalle dazugehören, entfernen. Möglicherweise wird für einige bei dem Prozess auch das Jod entfernt, weswegen man dann auch die Fischöl-Präparate zu sich nehmen kann, wenn man sonst vielleicht Schwierigkeiten mit größeren Mengen Jod hat und davon immer gleich Symptome hat.

Meistens erkennt man ein gutes Fischöl-Präparat daran, dass es sehr teuer ist. Das kommt daher, weil das Equipment und die Maschinen so teuer sind. Ich empfehle die Präparate der Firma Nordic Naturals, weil die hervorragend ultrafiltriert sind. Es gibt hervorragende Algen-Präparate, die sowieso insgesamt so gut wie keine Belastung haben.

Sollte man Amalgam-Füllungen entfernen lassen?

Ja, ich würde sie entfernen lassen, aber nicht alle auf einmal. Also wenn ich 12, 13 Füllungen hätte, würde ich sie in Zweiergruppen entfernen lassen und mir zwischendurch immer genug Zeit lassen, das abzubinden, auszuscheiden und dann die nächsten. Es sollte ein extrem gut geschulter Arzt machen mit entsprechenden Vorkehrungen. Also es braucht ein spezielles Absaugsystem und es braucht spezielle Sicherheitsvorkehrungen um die Füllungen entfernen zu lassen. Es macht im Prinzip keinen Sinn, die drin zu lassen. Weil die arbeiten die ganze Zeit. Die Idee, dass Amalgam kein Quecksilber ausleitet, ist Quatsch. Dafür gibt es jede Menge sehr gute Studien. Und das ist immer noch eine große Lobby zum Quecksilber, das es im Amalgam gibt. Das hat eine bestimmte Geschichte.

Sollte man lieber keinen Fisch essen?

Das ist die große Frage. Es gibt Studien, wo man geguckt hat – es geht ja immer um Babys mit Intelligenz. Wenn man denen überhaupt keinen Fisch gibt, den Müttern, und dann, wenn man ihnen Fisch gibt und sich dann aber eine Quecksilber-Belastung einkauft. Und man hat festgestellt, dass die Kinder aus der Gruppe der Mütter, denen man den Fisch quasi weggenommen hat, deutlich dümmer waren als die mit der Quecksilber-Belastung. Deswegen hat man gesagt: „Okay, keine Omega-3-Fettsäuren ist deutlich gefährlicher als ein bisschen Quecksilber.“ 

Dementsprechend: Also wenn man keine Möglichkeit hat, sich sonst irgendwie zu supplementieren und die guten Stoffe aus dem Fisch zuzuführen, dann sollte den Fisch wählen. Wenn ich aber die Möglichkeit habe, mir die guten Stoffe aus dem Fisch auch anderweitig zuzuführen und vielleicht auch relativ viel Algen essen kann und eben gute Omega-3-Fettsäuren aus Präparaten zu mir nehmen kann, die schwermetallbefreit sind, dann ist man zum Teil im Augenblick vielleicht ohne Fisch besser dran.

Vergiftet eine Zahnspange auch den Körper?

Das kommt immer darauf an, woraus die Zahnspange hergestellt wurde. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass deine Zahnspange Quecksilber enthält. Insofern also – ja. Also du vergiftest dich in gewisser Weise bestimmt damit, weil da halt Plastikstoffe drin sind – Phenole, Phthalate und so weiter – aber eventuell vergiftest du dich eben deutlich mehr mit dem Make-up, was du vielleicht jeden Tag trägst, als mit deiner Zahnspange. Schwer toxische Substanzen in der Zahnspange in Deutschland halte ich für extrem unwahrscheinlich.

Im ersten Teil der Serie „Autoimmunerkrankungen und Schwermetalle“ ging es um Quecksilber und jetzt geht es mit Amalgam weiter.

Geschichtlicher Hintergrund zu Amalgam

Was viele nicht wissen: Amalgam war im 19. Jahrhundert – also um 1870 herum – als Zahnfüllung in Europa und auch in Amerika verboten. Es war also damals schon bekannt, dass Amalgam toxisch ist und nicht besonders gut für unsere Gesundheit ist. Nichtsdestotrotz, waren es damals noch andere Zeiten – weniger Gesetze, weniger Restriktionen und weniger Ämter, die einem sofort auf der Schwelle standen. So wurde es also doch teilweise benutzt. Unter anderem von einem Kollegen, der genau deswegen aus Frankreich in die USA ausgewandert ist, wo es zu dem Zeitpunkt noch nicht überall verboten war. 

Er hat dann eine sehr erfolgreiche Zahnarztpraxis aufgezogen und wahnsinnig viele Amalgamfüllungen eingebaut. Dann wurde das in dem Staat, in dem es zuerst noch nicht verboten war, aber auch verboten. Vorangetrieben durch die damalige amerikanische Gesellschaft der Zahnärzte, welche auch ein ganz starker Verfechter von Amalgam war. Das fand der Zahnarzt natürlich nicht so toll, weil die Alternativfüllungen deutlich teurer waren und er mit den Amalgamfüllungen ja sehr erfolgreich war.

Er hat dann eine Gegengesellschaft gegründet, die pro Amalgam war. Und diese Gegengesellschaft hat sich sehr stark durchgesetzt, weil es einen sehr hohen finanziellen Vorteil für die Zahnärzte hatte weiterhin das günstigere Amalgam zu verwenden. Sie hatten auch politisch eine sehr große Lobby und haben es geschafft und dafür gesorgt, dass Amalgam als Füllung wieder erlaubt und zugelassen wurde. Diese Gegengesellschaft der Zahnärzte existiert bis heute. Es gibt nach wie vor die Pro- und Kontra-Vereinigungen in den USA. 

Die pro Amalgam Vereinigung bemüht sich sehr stark um die Vertuschung der negativen Auswirkungen und klärt die Patienten oft nicht ausreichend über die Nachteile des Amalgams auf. Dabei ist eigentlich schon immer bekannt, dass wenn man auf die Füllung beißt, dass dann Quecksilber freigesetzt wird und das eben auch Quecksilberdämpfe aus Amalgam austreten. Das ist durch die chemische Zusammensetzung grundlegend gegeben. Quecksilber ist eine sehr instabile Substanz, die schon bei geringen Temperaturen flüssig wird und auch wenn es in durch Zinn- und Silberbildung in dem Amalgam gebunden ist, kann es sehr schnell freigesetzt werden.

Amalgamfüllungen, Schilddrüse und Schwangerschaft

Dazu gibt es eine umfangreiche Studienlage: Je mehr Amalgamfüllungen man hat, desto höher ist der Quecksilberanteil im Blut und desto höher ist der Quecksilbernachweis im Urin. Gleichzeitig hat man festgestellt, je mehr Amalgamfüllungen eine Schwangere hat, desto höher ist der Quecksilbergehalt in der Nabelschnur des Neugeborenen. Das heißt, Quecksilber wird auch über die Nabelschnur und über die Plazenta an das Kind weitergegeben. Die Kinder werden also schon mit einer Beeinträchtigung geboren. Das ist besonders relevant für die Schilddrüsen-Patienten, weil Quecksilber sich unter anderem auch in der Schilddrüse ablagert. 

Auch dazu gibt es Studien: Menschen mit Amalgamfüllungen haben vermehrt Ansammlungen von Quecksilber in der Schilddrüse, was die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigt, die T4-Produktion beeinträchtigt und auch die Konversion deutlich beeinträchtigt. Und dass auch diese Babys, die schon mit einem erhöhten Quecksilberspiegel geboren wurden, mit einer deutlich schlechteren Schilddrüsenfunktion das Licht der Welt erblicken.

Quecksilber: Trigger-Faktor für die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankungen werden mit Quecksilber in einen eindeutigen Zusammenhang gebracht. Es gibt also einen eindeutigen Zusammenhang für das Immunsystem. Quecksilber ist einer der Trigger-Faktoren für die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen. Was also tun, wenn man Amalgamfüllungen hat? Leider wird ganz oft erzählt, es wäre besser, man lässt diese drin, weil durch das Ausbohren noch mehr freigesetzt wird. In gewisser Weise ist das richtig. 

Der Ablauf ist wie folgt: Man bohrt die Amalgamfüllungen raus, dadurch entstehen Dämpfe und Nebel im Mund. Diese atmet man dann ein und dementsprechend nimmt man dadurch sehr viel Quecksilber auf, was ein großes Problem darstellen kann. Das ist auch tatsächlich der Fall. Deshalb sind bestimmte Sachen zu beachten, wenn man sich diese Füllungen entfernen lassen möchte.

Das sollte man beachten:

Der Darm sollte möglichst dicht sein und es sollte keine schwere Dysbiose vorliegen. Genaueres zu der Umsetzung im Darm findest du im Blogbeitrag Autoimmunerkrankungen und Schwermetalle Teil 1 – Quecksilber und Methylquecksilber. Es sollte also kein schweres Leaky Gut vorliegen und keine Dysbiose. Das verschluckte Amalgam Hg0 ist unproblematisch – schwierig ist das eingeatmete.

Dann sollten sehr viele Schwefelgruppen (SH) zur Verfügung stehen um das aufgenommene Quecksilber abzubinden und dafür zu sorgen, dass es nicht toxisch wird und sehr schnell aus dem Körper wieder rausgeht. Das heißt, es sollten hohe Glutationsspiegel da sein. Und man kann auch sonst Schwefelgruppen vermehrt zur Verfügung stellen – zum Beispiel mit MSM oder mit Methionin oder S-Adadenosylmethionin oder anderen schwefelhaltigen Substanzen, damit möglichst viele SH-Gruppen da sind und das Quecksilber so gleich gebunden werden kann.

Ein sehr hoher Selen-Spiegel hilft und vorhanden sein. Die Selen-Proteinase spielt eine große Rolle bei der Quecksilberentgiftung. Gleichzeitig ist Selen wichtig für die Produktion von Glutation. Das ist der Stoff, der für die Quecksilberentgiftung und für die „Quecksilber-Nichttoxizität“ – also auch wenn Quecksilber in unserem Körper ist -, dass es keine toxischen Wirkungen entfaltet.

Man kann auch mit Koriander arbeiten – in Form von Koriander-Tropfen und Koriander-Extrakt. Man nimmt davon dann relativ viel zu sich um das akut herumschwimmende Quecksilber auf natürliche Weise zu chelatieren. Und man kann mit Alpha-Liponsäure arbeiten aus den gleichen Gründen.

Ganz wichtig: Es müssen bestimmte Vorkehrungen zum Ausbohren des Quecksilbers getroffen werden. Achtet darauf, dass es mit Spezialvorrichtungen, das nennt sich Kofferdamm, abgesaugt wird. Es sollte nicht von jemandem durchgeführt werden, der dieses Kofferdamm nicht hat.

Es gibt auch Zusatzsauger, die noch zusätzlich zum Kofferdamm über den Zahn gestülpt werden. Die Zahnärzte, die das machen, sind Umwelt-Zahnärzte oder naturheilkundliche oder ganzheitliche Zahnärzte. Man muss sich hier genau informieren: Wie machen sie das? Was machen sie? Was beachten sie alles an Vorkehrungen? Ich bin kein Zahnarzt, aber es ist halt super, wenn man da so rangeht.

Sollte man Amalgamfüllungen alle auf einmal entfernen lassen?

Wenn man den ganzen Mund voller Füllungen hat – 12 und mehr, dann sollte man die nicht auf einmal entfernen, sondern nach und nach. Am besten immer zwei, drei auf einmal und dann wieder eine Phase der natürlichen Chelatierung einlegen, um das, was freigeworden ist und eventuell aufgenommen wurde, wieder aus dem Körper rauszubekommen. Und dann macht man die nächste Phase und so weiter und so weiter. 

Wir wollen so verhindern, dass das Quecksilber im Gehirn angereichert und eingelagert wird. Denn wenn es da erst einmal ist, dann ist es ein riesen Problem. Fermentiertes ist in dem Zusammenhang nicht gut. Wir wollen die Methylierung verhindern. Und es kann sein, wenn man Fermentiertes isst, dass da Bakterien drin sind. Weil über die Divergenz des Fermentierten haben wir keinen Einfluss und es kann sein, dass wir damit auch Bakterien zu uns nehmen, die die Methylierung des Quecksilbers fördern.

Meine Empfehlung also: auf jeden Fall alle Amalgamfüllungen raus. Weil solange die nicht alle raus sind, ist es ganz schwer an etwas anderem zu arbeiten. Quecksilber hat so viele Einflüsse auf alle möglichen anderen Sachen.

Hier ein Beispiel: du leidest unter Brainfog und wir wollen dafür sorgen, dass es dir besser geht. Solange du Amalgamfüllungen drin hast, werden wir nie wissen, ob es nicht einfach an deinem Quecksilberspiegel liegt. Man kann nicht einschätzen, ob alles, was wir darüber hinaus tun und alles, was du investierst und machst und dich selber bemühst, nicht vielleicht sinnlos ist, weil dein Brainfog durch deinen Quecksilberspiegel ausgelöst wird. Und das ist ein Problem. Es kann sein, dass es relativ wenig bringt. Aber es kann eben auch immer sein, dass ganz viele von den Beschwerden, die man hat, vielleicht quecksilberbedingt sind. Quecksilber ist so eine typische Chimäre, die fast alles an Symptomen verursachen kann.

Schon gewusst?

Es gibt Studien die belegen, dass bis zu 12 Milligramm Quecksilber pro Tag aus den Amalgamfüllungen aufgenommen werden. Das ist total viel. Auch wenn es zum Teil eben oral ist, was da aufgenommen wird – also oben rein und unten wieder raus -, wird ein Teil davon eben auch eingeatmet und abgelagert. Und das geht ein Leben lang so weiter, wenn man diese Füllungen hat. Und hier ist die Frage: Möchte man sich ein Leben lang dem ganzen aussetzen?

Fragen und Anmerkungen aus dem Live-Video zu Amalgam

Kommen die Dämpfe auch nach 38 Jahren noch raus?

Solange man Amalgamfüllungen hat oder noch ein Teil vorhanden ist, ja. 50 Prozent der Amalgamfüllung besteht aus Quecksilber. Und es ist völlig egal, wie alt diese Füllung ist. Die dampfen aus – die ganze Zeit, das verschwindet nicht. Sonst wäre auch keine Füllung mehr da, wenn die sich aufgelöst hätte.

Können Depressionen mit Amalgam etwas zu tun haben?

Ja, auf jeden Fall. Das erste Symptom des Quecksilbers sind Stimmungsschwankungen und Depressionen. Wenn man eine chronische Quecksilbervergiftung erleidet, sind die ersten Symptome, die sich entwickeln, eine gewisse Reizbarkeit und Depressionen. Also wenn man unter Depressionen leidet und man hat den ganzen Mund voll Amalgam, würde ich mir auf jeden Fall auch die Amalgam-Füllungen rausmachen lassen.

Ich weiß, ich habe gut reden. Ich habe keine einzige Füllung und ich habe auch nie eine gehabt. Gott sei Dank! Ich wurde aber leider von meiner Mutter schon reichhaltig mit Quecksilber bedacht. Dafür kann sie ja nichts. Also insofern: Für mich war und ist es schon durchaus auch ein Thema. Und die Umweltmediziner sind sich da eigentlich auch absolut einig. Wenn man Amalgam im Mund hat, dann raus. Die Zahnärzte haben dazu oft keine Lust. Und das Ausbohren wird auch von der Kasse nicht wirklich bezahlt. 

Dementsprechend ist die Motivation sehr gering, das zu tun. Und dann wird eben gerne mal gesagt: „Das macht mehr Schaden als es Nutzen bringt.“ Oder: „Da kommt nichts mehr raus. Die Füllungen sind ja schon alt.“ Und wenn man so ein bisschen darüber nachdenkt, dann wird einem ganz schnell selber klar, dass das alles nicht stimmen kann – also dass es physiologisch und biochemisch und chemisch nicht so richtig Sinn macht.

In unserem Beitrag der Serie „Autoimmunerkrankungen und Schwermetalle“ ging es um bereits um Quecksilber und Amalgam. Thema dieses Abschnittes ist Cadmium.

Warum sind Giftstoffe für Menschen mit Autoimmunerkrankungen relevant?

In unserem aktuellen Kurs „Gifte meiden und mindern“ sind Schwermetalle ein großes Thema. Aber warum sind sie so relevant? Wie kommen sie in unseren Körper und vor allem: wie wird man sie wieder los? Gerade für Menschen mit Autoimmunerkrankungen sind diese Giftstoffe ein großes Problem. Man geht davon aus, dass es eine bestimmte Wirkschwelle gibt. 

Wenn man zum Beispiel eine bestimmte Menge Blei zu sich nimmt, dann kann das zu Problemen führen. Es gibt Wirkschwellen – also dass man einer bestimmten Menge an Giftstoffen ausgesetzt sein kann, ohne dass es irgendwelche Probleme verursacht. Und dann gibt es das Gegenteil, wenn wirklich viel zu viel von einem Giftstoff da ist und es dann zu Problemen kommt.

Inzwischen weiß man, dass diese kumulieren. Das heißt, dass Giftstoffe in größerer Menge zusammenkommen und sich dann aufbauen. Hat man nun von ganz vielen verschiedenen Giftstoffen Kleinstmengen im Körper und Schwierigkeiten mit der Entgiftung, dann kann das dazu führen, dass sich wie ein hoher Turm aufbaut, der dann über einen zusammenbricht und man darunter begraben wird. Das nennt man Suszeptibilität.

Die Suszeptibilität – die Empfindlichkeit gegenüber Giftstoffen – ist sehr unterschiedlich in der Bevölkerung. Die Umweltmediziner sagen: Es gibt die „empfindlichen Hascherl“ und es gibt die „giftfesten Teutonen“. Tatsächlich ist das Quatsch. Also man kann das weder an der sonstigen Psyche noch an irgendetwas anderem festmachen. Aber es gibt eben tatsächlich genetische Prädispostionen, die dafür verantwortlich sind, dass man Giftstoffe schlechter aus seinem Körper bekommt und schlechter verstoffwechselt als andere. 

Und genau diese Menschenleiden oft an Autoimmunerkrankungen. Viele Giftstoffe – vor allen Dingen auch die Schwermetalle – werden direkt mit Immuninduktionen und mit der Entwicklung von Autoimmunerkrankungen in Zusammenhang gebracht, wie zum Beispiel Quecksilber. Dieser Giftstoff kann zum Beispiel direkt verantwortlich dafür sein, dass eine Autoimmunerkrankung zum Ausbruch kommt.

Die entscheidenden genetischen Varianten hier sind die MTHFR-Mutation, das PON-Gen, die CBS-Mutation und die COMP-Mutation. Jetzt denkt ihr bestimmt: „Simone, was um Himmels Willen ist denn das bitte alles?“ Das soll heute aber nicht das Thema sein aber es ist wichtig zu wissen, dass es diese Gen-Mutationen gibt. 

Für heute heißt es einfach: bei Autoimmunerkrankungen hat man häufiger solche Mutationen und sie führen dazu, dass man mit Entgiftung in jeglicher Hinsicht Schwierigkeiten hat und dass sich diese Giftstoffe öfter anlagern und akkumulieren – also langfristig im Körper enthalten bleiben.

Was ist Cadmium?

Cadmium ist ein Schwermetall. Es hat glücklicherweise nicht die schlimme Eigenschaft von Quecksilber, sich im Gehirn anzulagern, weswegen man es – wenn man cadmiumbelastet ist – deutlich zügiger wieder los wird. Die Anlagerung von Cadmium erfolgt vor allen Dingen in der Niere. Was wahrscheinlich auch der Grund dafür ist, warum Cadmium, wenn es zu Krebs führt – und es hat eine cancerogene Wirkung – vor allen Dingen verantwortlich ist für Nierenkrebs. Da es cancerogen ist, gibt es für Cadmium keine Reizschwelle. Das heißt: keinerlei Menge von Cadmium ist eigentlich tolerabel.

Leider gibt es recht viele Menschen, die sich willentlich Cadmium zuführen – nämlich mit dem Rauchen. Tabak ist sehr stark cadmiumhaltig und so führt man sich selber sehr viel Cadmium zu. Deswegen ist die erste Frage, die ich einem Patienten stelle, wenn er Cadmium im Blut hat und vorher mir noch nicht verraten hat, ob er denn raucht, ob er denn wirklich nicht raucht oder doch ab und zu mal oder vielleicht andere Dinge, die er jetzt erst einmal so nicht erwähnen wollte. Und jetzt sollte man genauer darüber sprechen und aufklären, woher diese Cadmiumbelastung kommen kann. Leider sind auch Passivraucher betroffen. 

Im Passivrauch sind genauso viele dieser Giftstoffe enthalten wie wenn man es direkt inhaliert. Und auch starke Passivraucher – wenn man zum Beispiel mit einem Kettenraucher zusammenlebt oder mit jemandem, der in den Räumlichkeiten raucht, können dadurch cadmiumbelastet sein. Ansonsten ist es so, dass Cadmium viel im Boden vorkommt. Auch Cadmium gehört zu den Schwermetallen, die es schon immer gab – ähnlich wie beim Quecksilber –, und das können wir nicht aus unserer Umwelt verbannen.

Bestimmte Pflanzen gelten als Cadmium-Sammler

Bestimmte Pflanzen sammeln Cadmium. Das sind im Wesentlichen die Wurzelgemüse-Arten. Wurzelgemüse sammelt Cadmium und es lässt sich dann auch nicht einfach abspülen, sondern es ist in der Wurzel drin. Ein Risiko-Gemüse ist zum Beispiel die Rote Bete. Und dann ist es auch egal, ob man Bio Rote Bete kauft. Isst man sehr viel Rote Bete, dann kann auch daher eine Cadmiumbelastung kommen.

Ein weiterer häufiger Faktor sind Wildpilze. Bestimmte Arten sind extrem cadmiumbelastet und können zu einer massiven Belastung führen. Pilze sammeln ist ein schönes Hobby aber damit kann man sich teilweise akute Cadmiumvergiftungen zuführen. Deswegen sollte man davon lieber absehen. Vor allen Dingen der Schafschampignon. Das ist ein Pilz, der dem Champignon ähnelt – auch geschmacklich – und deswegen gerne gesammelt wird. Er kann eine so hohe Cadmiumbelastung haben, dass man eine akute Cadmiumbelastung davon bekommen kann.

Tattoo-Farben sind oft cadmiumbelastet. Vor allen Dingen alte Tattoo-Farben und insbesondere billige Farben. Deswegen würde ich ganz dringend davon abraten, sich irgendwo im Ausland tätowieren zu lassen. Für Deutschland gibt es inzwischen sehr strenge Beschränkungen. Früher wurde zum Beispiel teilweise mit Autolacken tätowiert, was natürlich katastrophale Auswirkungen auf die Giftstoffe im Körper haben kann. 

Die Tattoo-Studios in Deutschland stehen heute extrem unter Beobachtung und deshalb ist der Einsatz verbotener Farben nicht mehr zu erwarten. Aber wenn man sich zum Beispiel im Urlaub in Thailand einen Drachen auf den Rücken tätowieren lässt, dann kann es schon sein, dass man danach eine massive Cadmiumbelastung hat. Also insofern ist von so etwas lieber abzusehen.

Und dann kommt für mich ein letzter Punkt, wenn ich mich mit meinen Patienten auf die Suche mache, woher denn das Cadmium kommen kann. Ein Punkt, der vielen nicht gefallen wird: Sehr, sehr stark cadmiumbelastet sind die richtig guten teuren Kakaobohnen aus Südamerika. Und zwar in solchen Mengen, dass man sich schon über den Konsum von 100 Gramm guter dunkler Schokolade so viel Cadmium zuführen kann, dass man sich – wenn man diese über einen langen Zeitraum konsumiert – tatsächlich eine hohe Cadmiumbelastung zufügen kann. Also eine unterschwellige Vergiftung. 

Bei Menschen, die sehr gerne Schokolade essen, kann das durchaus vorkommen, dass sie am Tag 100 Gramm Schokolade verzehren. So viel ist das nämlich gar nicht. Richtig gute Schokolade kommt zum Beispiel aus Belize – also toller Kakao und Bio-Kakao. Leider sind diese Bohnen oft sehr stark cadmiumbelastet, sodass das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung sogar gefordert hat, dass jede importierte Kakaocharge, bevor damit etwas hergestellt werden darf, eigentlich untersucht werden sollte. Dieses Gesuch wurde abgelehnt, aber es wäre grundsätzlich sinnvoll.

Auswirkungen von Cadmium

Warum ist es schlimm, wenn man eine Cadmiumbelastung hat? Cadmium imitiert die Wirkung von Östrogen im Körper, was ein ganz großes Problem sein kann. Das heißt, es kann zu Ödemen führen, zu Zysten an den Eierstöcken und in der Brust sowie zu Myomen, zu Auswüchsen an der Gebärmutter, zur Unfruchtbarkeit, zu ständiger östrogenbedingter – also in dem Fall dann cadmiumbedingter, aber wie bei Östrogenen bedingter Übelkeit und zum Ausbleiben der Menstruation. Sodass Frauen früher – also wenn Frauen zum Beispiel in Fabriken mit Cadmium gearbeitet haben –, oft dann dachten, sie wären schwanger, obwohl sie eigentlich eine Cadmiumvergiftung hatten, weil die Wirkungen so ähnlich sind.

Wie weiter oben schon beschrieben ist Cadmium cancerogen – es kann die Niere und auch die Nierenfunktion stark beeinträchtigen. Es kann dadurch zu Bluthochdruck, zu einer schlechtern Nierenfunktion und letztendlich zu Nierenkrebs führen. Und deswegen sollte man schauen, dass man Cadmium weitestgehend meidet.

Cadmium löst kein PCOS-Syndrom aus, aber die Symptome der Cadmiumvergiftung und Cadmiumbelastung können dem PCOS sehr stark ähneln. Also es kann so aussehen, als wäre es ein PCOS, obwohl es gar kein PCOS ist, sondern eine Cadmiumbelastung. Das ist jetzt aber nicht unbedingt so wahrscheinlich aber die Symptome ähneln einander. Es ist halt eben nicht das Gleiche. Es löst nicht die Erkrankung selber aus.

Fragen und Anmerkungen aus dem Live-Video zu Cadmium

Sind zwei Rote-Bete-Knollen am Tag zu viel?

Ja, das ist eher zu viel. Es kommt aber auch darauf an, auf welchem Boden die Rote Bete gewachsen ist. Um für sich herauszukriegen, ob man eine Cadmium-Belastung hat, müsste man dann messen. Wenn man das als Einzelwert im Blut messen lässt, ist es auch nicht teuer. Eine Cadmium-Messung im Vollblut kostet 11 Euro. Ob man Rote Bete als Ganzes isst oder als Saft, ist egal. Also man nimmt davon trotzdem relativ viel auf. Es kann auch sein, dass man relativ viel Cadmium mit Rote Bete aufnimmt, man aber eine super Schwermetallentgiftung. Das hat wieder mit der Suszeptibilität zu tun. 

Es gibt Menschen, die entgiften Schwermetalle nahezu problemlos. Im letzten Jahrhundert gab es die „Arsenic Eaters“, die immer Arsen zu sich genommen haben als angeblichen Schutz vor anderen Giftstoffen. Die haben zum Teil 150 Milligramm Arsen am Tag gegessen. Wenn ich das essen würde, würde ich schlicht und ergreifend sofort tot umfallen und fast alle von euch auch. Also es gibt da bestimmte genetische Varianzen und eben auch die sogenannten giftfesten Teutonen.

In den ersten drei Abschnitten habe ich über verschiedene Giftstoffe und Schwermetalle gesprochen. In Abschnitt 1 ging es um Quecksilber und um den Metabolismus des Quecksilbers. Danach haben wir die Auswirkungen von Amalgam beleuchtet und in Teil 3 war Cadmium das Thema. Habt ihr Teil 3 schon gelesen? Dabei war sehr das Thema cadmiumbelastete Kakaobohnen und Schokolade besonders interessant. Viele würden hier ganz sicher keine Belastung vermuten, oder? Es gibt natürlich noch weitere Giftstoffe, über die ich auch in anderen Beiträgen noch näher aufklären werde aber im heutigen Beitrag beschäftigen wir uns ganz gezielt mit der Fragerste

Wie bekomme ich diese Giftstoffe wieder raus aus meinem Körper?

Für die Ausleitung von Schwermetallen kursieren eine ganze Menge Gerüchte und Mythen. Fakt ist aber, dass eine Ausleitung immer – selbst wenn man sie mit Phytotherapeutika macht – unter der Aufsicht eines Therapeuten erfolgen sollte. Man sollte wissen, dass selbst wenn man mit natürlichen und frei verfügbaren Substanzen arbeitet, es trotzdem kann zu schweren Rückvergiftungen und Akut-Symptomen kommen kann.

Wir beginnen wieder mit einem Beispiel: Quecksilber.

Quecksilber ist einfach das problematischste Schwermetall und kommt am häufigsten vor. Es hat diese hohe Neuroaffinität und lagert sich sehr stark an den Nerven und vor allen Dingen auch im Gehirn ab. Speziell im Kleinhirn – in den Körnerzellen – es verursacht dort langfristig Schäden und es ist sehr schwierig diesen Giftstoff dort wieder auszuleiten. Quecksilber kann problemlos die Blut-Hirn-Schranke und die Plazenta-Schranke überwinden, was es so gefährlich macht. Deshalb ist es auch so schwierig es wieder loszuwerden.

Das ist ein großer Unterschied zu den anderen Stoffen, die meisten können das nämlich nicht. Es gibt also nur ganz wenige Stoffe, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden können. Das sind im Wesentlichen nur die körpereigenen Stoffe, die man dann zur Entgiftung nutzen kann. Die meisten Chelatbildner – auch wenn man zum Beispiel per Infusion ausleitet – können nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Und auch viele Phytotherapeutika können das nicht. Dementsprechend taugen sie nicht viel um eine Entgiftung durchzuführen. Was kann man nun tun?

Selen

Als erstes möchte ich auf Selen eingehen. Selen ist sehr wichtig für bestimmte Prozesse, damit Quecksilber nicht in die Giftung kommt. Über Selenproteinasen geht es zum Teil sehr starke Bindungen mit dem Quecksilber (zum Hg-Selenit) ein – also zum Quecksilber-Selenit. Das Problem ist, dass es eine so stabile Verbindung ist, dass wir die quasi überhaupt nicht mehr loswerden. 

Das heißt: Im Gehirn führt das Selen dazu, dass das Quecksilber nicht mehr so giftig ist und das Symptome wie Brainfog, Tunnelblick, Konzentrationsstörungen, Gangstörungen und Sprachstörungen eher weniger auftreten. Aber es macht es so noch schwieriger, das von da aus dann wieder auszuleiten. Wofür Selen auch super wichtig und nützlich ist, ist für die Glutathiontransferase – also für die Herstellung und Produktion von Glutathion. 

Wichtig ist aber: Es sollte sich in einem normalen Rahmen bewegen. Also man sollte einen guten Selen-Spiegel haben, aber keinen zu hohen. Denn durch einen zu hohen Selen-Spiegel ist eher zu erwarten, dass mehr Quecksilber in eine feste Bindung gesetzt wird und dann nicht mehr ausgeleitet werden kann. Entgiften – also das wirkliche Loswerden aus unserem Körper, das Ausleiten mit Quecksilber – kann man mit Selen nicht. Und man kann eben auch bei hohen Quecksilberbelastungen die giftige Wirkung des Quecksilbers und auch die neurotoxische giftige Wirkung wahrscheinlich nicht verhindern.

Studien dazu an Menschen wären natürlich hochgradig unethisch, aber es gibt Studien mit Ratten, denen man große Mengen quecksilberhaltigen Fisch gefüttert und gleichzeitig sehr viel Selen gegeben hat. Hier wurde getestet, ob die Menge an Selen ausreicht um die neurotoxischen Wirkungen des Quecksilbers zu unterbinden. Und die Ratten waren zum Schluss so schwer vergiftet, dass sie gegen die Wand gelaufen sind, weil ihr Gehirn überhaupt nicht mehr funktioniert hat. Man sollte sich also nicht nur auf Selen verlassen und nicht sagen: „Ich habe so einen hohen Selen-Spiegel. Das reicht schon. Dann ist alles gut.“

Chlorella

Die zweite wichtige Substanz, auf die ich eingehen möchte, ist Chlorella. Man kann sie überall kaufen und sie wird häufig eingesetzt

Ein Wort vorab: Wir sprechen hier über Autoimmunerkrankungen. Die Seite heißt Autoimmunhilfe und ist für Autoimmunerkrankte. Chlorella eignet sich grundsätzlich hervorragend zur Entgiftung von Quecksilber. ABER – und jetzt kommt ein ganz wichtiger Punkt – Chlorella kann Autoimmunerkrankungen antriggern.

Es kann also das Immunsystem antriggern und es kann zu Schüben führen. Im schlimmsten Fall kann es zur Entwicklung einer weiteren Autoimmunerkrankung führen oder es kann eine bereits bestehende Autoimmunerkrankung ganz stark voranschieben. Das heißt: Man sollte bei Autoimmunerkrankungen mit Chlorella erst einmal vorsichtig sein. 

Ich empfehle euch, euch auf jeden Fall in die Hände eines Therapeuten zu begeben, damit hier genau beobachtet werden kann und man dann entscheidet wo man ganz dicht dranbleiben sollte. Man beobachtet, ob es zu einer Antikörper-Triggerung kommt oder es Hinweise auf eine Verschlimmerung der Inflammation gibt. Man sollte das nicht unbedingt alleine machen.

In meinem Kurs „Gifte meiden und mindern“ ist Chlorella kein Bestandteil des Programms. Und meiner Meinung nach gibt es für Autoimmunerkrankte bessere Wege um Schwermetalle auszuleiten. Ich kenne einige Leute, die sich mit Chlorella wirklich völlig ins Aus geschossen haben – so einen schweren Schub ausgelöst haben bis hin zur Bettlägerigkeit. Und deswegen sollte man da ein bisschen vorsichtig sein.

Wenn man mit Chlorella arbeitet, kommt es auf die Dosis an. Chlorella bewirkt sowohl eine Freisetzung von Schwermetallen aus dem Gewebe, aus dem Bindegewebe, aus den Membranen der Erythrozyten und aus der Niere und zum anderen bindet es. Was davon wie stark überwiegt, ist eine Frage der Dosis.

Das heißt, zum einen muss man herausfinden, welche Dosis man verträgt. Also viel freies Quecksilber zum Beispiel oder freie Schwermetalle toleriert dein Körper? Wann kommen andere Symptome dazu? Und das kann für manche erst einmal nur eine ganz kleine Dosis sein.

Deshalb ist es sehr wichtig, dass man erst einmal mit relativ wenig startet. Dann kann es sein, dass aber bei kleinen Dosen mehr Schwermetall freigesetzt wird als es Chlorella wiederum binden kann. Hier kann es sehr hilfreich sein, die Dosis deutlich zu erhöhen, um die Bindungseigenschaft zu verbessern. Ich wäre aber mehr dafür, wirklich immer zum Chlorella einen richtig potenten Binder dazuzugeben.

Die Binder

Die nächste wichtige Gruppe sind die Binder. Hier gibt es auch wieder viele Mythen. Fakt ist: mit einem Binder kann man nichts ausleiten. Ein Binder bindet immer nur das, was bereits freigesetzt wurde. Die Binder wirken über den enterohepatischen Kreislauf. Schaut euch dazu gerne nochmal den Beitrag zum Quecksilber-Metabolismus an. Wenn Quecksilber freigesetzt wird, versucht unsere Leber diesen zu entgiften, dann wird es über die Gallensäuren in den Darm abgegeben und im optimalen Fall dann über den Darm ausgeschieden. 

Funktioniert das nicht, wird es über den Darm in den Körper resorbiert und führt dann wiederum zu einer Rückvergiftung und muss vom Körper dann wieder irgendwohin abgelagert werden. Im schlimmsten Fall wird dann das Quecksilber, was vorher irgendwo abgelagert wurde, wo es nicht ganz so gefährlich war und halt auch über kurz oder lang hätte ausgeschieden werden können, nun im Gehirn abgelagert. Und das möchten wir natürlich auf gar keinen Fall. Je besser und fester der Binder bindet, desto besser ist das Ganze.

Was er nicht tun kann ist, Quecksilber irgendwo freizusetzen. Wenn Quecksilber in der Niere sitzt oder an den Erythrozytenwänden, dann kann der das nicht freisetzen. Das macht Chlorella als eine Einzelsubstanz. Aber Zeolith, Bentonit, Heilerde, Kohlekompretten, Flohsamenschalen, Glucomannan – alles super potente Binder – machen das nicht. Deshalb ist es rausgeschmissenes Geld, wenn man Zeolith oder Bentonit nimmt um Quecksilber auszuleiten. Meiner Meinung nach haben wir mit den Kohlekompretten einen sehr nebenwirkungsarmen Binder, den man einfach und sehr günstig nutzen kann. Gleiches gilt für Flohsamenschalen. Die verflüssigen auch gleich noch den Stuhl und helfen beim Leaky Gut eine zusätzliche Schleimbarriere über den Darm zuziehen.

Ich arbeite gerne mit Kohlekompretten, Glucomannan und Flohsamenschalen, weil sie kostengünstig und gute Binder sind. Sie sind phisticated. Jeder kann sie überall kaufen und sie haben eigentlich keinerlei Nebenwirkungen. Wer einem Therapeuten hat, sollte eventuell – wenn er eine starke Belastung mit Schwermetallen hat – auf Colestyramin zurückgreifen. Das ist ein medizinischer Binder, der super potent Gallensäuren bindet und so lassen sich Giftstoffe sehr gut ausleiten. Und wenn man wirklich eine Quecksilbervergiftung ausleitet, dann arbeitet man immer mit Colestyramin, weil es das höchste Bindungspotential hat.

Nun ist der aktuelle Stand: Chlorella wollen wir nicht. Binder allein nützt nichts. Jetzt brauchen wir eine Lösung wie wir das Quecksilber freikriegen. Sonst nützt uns ja der tollste Binder nichts, das haben wir ja gerade gelernt.

Koriander

Koriander ist einer wenigen Stoffe, die cheladieren (ein relativ potenter natürlicher Chelator) und die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Alpha-Liponsäure macht das auch aber bei weitem nicht so potent wie Koriander. Warum Koriander das kann weiß man nicht so genau. Es ist eine flüchtige Substanz im Koriander. Es muss aus dem frischen Koriander sein. Das heißt: Getrockneter Koriander nützt nichts und die Koriandersaat nützt auch nichts. Weil dann ist diese Substanz verloren. Um welche Substanz es sich genau handelt, ist unklar. 

Was wir aber wissen: Es wirkt. Man kann richtig viel Koriander essen und man kann mit Korianderextrakt arbeiten. Wenn man Koriander viel und häufig isst, dann ist man auf einet relativ sicheren Seite, weil man nicht so viel freisetzt. Also das Risiko, dass man aus dem Gehirn so viel freisetzt, dass die Entgiftungsprozesse im Körper überlastet sind und es zu Rückvergiftungen kommt, ist dann relativ gering. Deswegen würde ich, wirklich viel mit Koriander arbeiten – so machen wir es auch in meinem Kurs „Gifte meiden und mindern“ .

Ungünstig für die, die Koriander nicht mögen. Das ist so eine genetische Geschichte. Entweder man mag Koriander oder man mag Koriander nicht. Für manche schmeckt Koriander wie Seife. Die sind dann ein bisschen arm dran, müssten es aber leider trotzdem essen, damit es funktioniert. Ansonsten kann man auch mit Koriander-Extrakt arbeiten. Das gibt es zu kaufen und das nimmt man dann in Tropfenform. Auch hier gilt wieder, das man das nach Möglichkeit mit einem erfahrenen Therapeuten durchführt.

Zusammenfassung

Man braucht etwas, was freisetzt. Man braucht einen potenten Binder und man braucht eventuell einen Stoff, der die Blut-Hirn-Schranke überwindet und da noch etwas freisetzt. Einzeln nützen diese Dinge entweder gar nichts oder ihr könnt euch unter Umständen selbst in große Gefahr bringen, indem ihr zusätzliche Symptome auslöst. 

Wenn es unter diesen Therapien zu Depressionen, Brainfog, stärkeren Visus-Einschränkungen, Antriebslosigkeit oder auch vermehrten Glieder- und Gelenkschmerzen kommt: Stoppt das Ganze. Pausiert solange, bis die Symptome weg sind. Eventuell lest ihr noch einmal nach, überdenkt es nochmal genauer und fangt dann wieder neu an. Es ist ein Zeichen dafür, dass ihr definitiv ein massives Problem mit Schwermetallen habt und dass die Ausleitung Sinn macht. Es ist aber auch ein Zeichen dafür, dass das so – wie ihr es gemacht habt – zu viel und nicht ganz richtig war. Insofern hier also vorsichtig sein.

Wichtig ist, die grundlegenden Substanzen zu verstehen. Man muss nicht irgendetwas, wo „Toxa…“ draufsteht kaufen, sondern wichtig ist zu verstehen was: SH-Gruppen, Schwefeloxidgruppen (wie sie im MSM drin sind und in verschiedenen anderen Substanzen), Chelatoren (wie Koriander, Glutathion, Alpha-Liponsäure und Chlorella) und einen starken Binder, der den enterohepatischen Kreislauf unterbindet, bedeutet. Das sind die Basis-Substanzen einer guten Ausleitung. 

Und dann muss man für sich die Abstimmung der einzelnen Sachen zueinander finden. Man muss nicht die supertolle Wunderkur von einem Guru kaufen. Seid ihr allerdings glücklich und zufrieden mit einer solchen Kuren, dann macht damit weiter. Dennoch sollte man die Grundsachen versteht, weil man dann wirklich bewusst selbst entscheiden kann, was man davon machen möchte.

Weitere Tipps zu Leber, Jod, Algen und andere unterstützende Stoffe

Und gut ist halt immer, wenn man die Leber gleichzeitig noch in ihrer Funktion unterstützt. Super hilfreich dabei ist vor allem die Mariendistel, weil die Mariendistel tatsächlich die Produktion der Glutathiontransferase sehr stark anregt. NAC ist Cystein als Bestandteil des Glutathions und ist daher auch super hilfreich.

Jod – also ich habe mich auch mit verschiedenen Jod-Therapeuten dazu kurzgeschlossen. Ich habe alles versucht, an Studien zu lesen, welche ich irgendwo finden konnte: Die Entgiftung von Quecksilber durch Jod macht für mich überhaupt keinen Sinn. Und es gibt auch keine einzige Studie dazu, die das in irgendeiner Form nachweist – außer den Behauptungen von zwei amerikanischen Therapeuten, die dazu aber auch keine Studien und keinen Nachweis gebracht haben. Eine befreundete Therapeutin und ich haben Versuche mit Jod-Messungen vor und nach hohen Jod-Gaben gemacht und konnten keinerlei Veränderung nachweisen. Ich persönlich halte die Idee, man könne mit Jod Quecksilber ausleiten für Blödsinn.

Braunalgen sind so stark schwermetallbelastet, dass man sich so viele Schwermetalle wieder mit einkauft – wie zum Beispiel Arsen –, dass es keinen Sinn macht, die zu nutzen. Grundsätzlich binden alle Algen sehr gut Schwermetalle aber sie sind so stark schwermetallbelastet, dass es schwierig ist, die dafür zu nutzen. Deswegen nutzt man Chlorella, weil es eine gezüchtete Süßwasseralge ist und die deswegen von guten Firmen im geschützten Rahmen eingesetzt wird.

Jetzt möchte ich euch ein paar Sachen vorstellen, die sich gut kombinieren lassen. Es gibt hier von Douglas Laboratories Livdetox™. Das ist im Wesentlichen eine Unterstützung der Leber. Da ist Cholin, Inositol, ein bisschen Betain-HCL für den Magen und dann Mariendistel, Löwenzahn, Kurkuma und Artischocke drin.

 Das ist unterstützend für die Gallensäureproduktion und da wir die Ausleitung über die Gallensäuren bewirken wollen, muss auch ausreichend Gallensäuren vorhanden sein. Das kann man völlig gefahrlos einfach so nehmen. Es unterstützt die Leber und die Gallensäure und Sachen die eventuell oberhalb irgendwo im Körper herumschwimmen werden so möglichst schnell ausgeleitet. Es hilft nicht nur bei Schwermetallen, sondern auch bei Phthalaten und Phenolen und sonst noch allem, was die Leber angehen muss.

Dann gibt es ein weiteres Präparat, welches ebenfalls von Douglas ist und kombinierend eingenommen werden kann: das De-Mer-Tox. Da sind die anderen B-Vitamine drin. Ebenfalls beinhaltet es das Selen (für die Selenbindung), N-Acetyl-Cystein zum Glutathion-Pushing, ein liposomales Glutathion, MSM und Knoblauch. Ein bisschen Petersilie ist ebenfalls enthalten. Petersilie ist auch ein leichter Chelator, aber bei weitem nicht so potent wie Koriander, sodass man keine Angst haben muss, dass man sich damit etwas aus dem Gehirn ausleitet.

Und dann kann man noch liposomales Glutathion dazunehmen und vielleicht noch ein bisschen Quercetin, weil das auch die Leberleistung ganz stark pusht. Hier: EMIQ ist zehnmal so potent wie normales Quercetin. Also diese Kombination nehme ich. Achtung: Der Urin fängt furchtbar an zu stinken. Wenn man Schwefelbildner nimmt, dann riecht der Urin nach Schwefel. Also nicht erschrecken. Ich glaube, dass das einige bestätigen können: Wer täglich MSM nimmt – es riecht nicht gut.

Fragen und Anmerkungen aus dem Live-Video

Ist Krillöl auch schwermetallbelastet?

Die Krill ist ein Minikrebs. Die Minikrebse sind so weit unten in der Nahrungskette, dass ihre Schwermetall-Belastung minimal ist. Wenn man Omega-3-Fettsäuren kaufen möchte, ist man im Prinzip mit Krillöl am besten dran. Algen-Omega-3 geht auch und sind auch ganz gut, sind aber wahrscheinlich stärker belastet als Krillöl. 

Wobei man insgesamt sagen muss: Wenn man zum Beispiel „Nordic Naturals“ kauft, die werden ultrafiltriert, also über eine Ultramembran, da sind keine Schwermetalle mehr drin. Dementsprechend aber auch kein Jod. Wenn ihr das bei „dm“ kauft, dann kann es sein, dass sie extrem schwermetallbelastet sind. Davon würde ich dringend abraten. Damit tut man sich nichts Gutes. Insgesamt sind die Omega-3-Fettsäuren super hilfreich mit in der Schwermetallausleitung.

Wie ist das denn mit Bärlauch?

Bärlauch gibt es so selten. Deswegen habe ich den jetzt nicht erwähnt. Den kann man aber auch als Extrakt verwenden. Bärlauch ist das Pendant zu MSM. Also wenn man die anderen Schwefelbildner nicht möchte: Bärlauch ist auch ein Schwefelgemüse, hat sehr viel von diesen SH-Gruppen und kann eben auch als Schwefelgruppenbildner genutzt werden. 

Und in der klassischen Therapie nach Dr. Klinghardt wird Bärlauch als Schwefelgruppenbildner genutzt. Und deswegen ist es so wichtig sich mit dem Thema zu beschäftigen und die einzelnen Sachverhalte zu verstehen. Man muss nicht Bärlauch und MSM und Selen und Glutathion, also 20 verschiedenen Schwefelbildner, nehmen – einer reicht. Man muss sich halt nur nach Möglichkeit für einen entscheiden.

Warum bin ich nicht so für Bärlauch? Man fängt an unangenehm zu riechen, wenn man Bärlauch-Extrakt nimmt. Ab einer gewissen Grenze stinkt man knoblauchartig. Und ich bin sehr empfindlich, was Gerüche angeht – auch bei mir selbst – und finde das unschön. Deswegen arbeite ich bei mir nicht gern mit Bärlauch und halt auch bei anderen nicht gern mit Bärlauch. Aber wen das nicht stört, für den ist Bärlauch eine super Option.

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Autorin

Dr. Simone Koch

Simone Koch ist Expertin für Autoimmunerkrankungen. Sie beschäftigt sich mit Hashimoto, Darmerkrankungen und vielen unterschiedlichen Autoimmunerkrankungen. Zusätzlich entwickelt sie neue Behandlungsansätze für Menschen mit Autoimmunerkrankungen.

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