Behandlung von Hashimoto-Thyreoiditis

Zunächst muss festgelegt werden, was man überhaupt behandeln möchte. Die Hashimoto-Thyreoiditis beinhaltet zwei verschiedene Krankheitsmechanismen. Zum einen entsteht durch die Zerstörung der Schilddrüse eventuell eine passagere Überfunktion, in fast allen Fällen kommt es aber im Laufe der Zeit zu einer Unterfunktion der Schilddrüse, welche der Behandlung bedarf. Zum anderen entstehen im gesamten Körper autoimmune Reaktionen, welche zu verschiedenen Symptomen führen können. Diese Symptome werden in der entsprechenden Kategorie „Symptome“ genauer beschrieben. Des Weiteren liegt bei autoimmunen Erkrankungen oft eine oder mehrere verschiedene genetische Veränderungen zugrunde, welche zu Entgiftungsstörungen führen können sowie die Ansprechbarkeit der Zellen gegenüber Hormonen beeinträchtigen kann. Diese verschiedenen Ursachen müssen als einzelne Faktoren betrachtet und unterschiedlich behandelt werden. Problematisch ist hierbei, dass in der Schulmedizin häufig nur die hormonelle Problematik angegangen und ausschließlich die Hypothyreose behandelt wird – die autoimmune Reaktion des Körpers wird dabei jedoch völlig außer Acht gelassen.

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Behandlung von Hashimoto: Das sollten Sie wissen!

Widmen wir uns jedoch zunächst der hormonellen Behandlung. Üblich ist hier die Behandlung mit L-Thyroxin. L-Thyroxin wird vielfach auch als T4 bezeichnet, weil dieses Hormon vier Tyrosinhormone beinhaltet, welche über ein Jodatom miteinander verbunden sind. T4 ist die sogenannte Speicherform des Schilddrüsenhormons und wird in den entsprechenden Organen, die es nutzen, in seine aktive Form, dem Liothyronin oder auch T3, umgewandelt. Der größte Teil dieser Umwandlung erfolgt in der Leber, nämlich zu etwa 60 %. Ein weiterer Teil (etwa 20 %) der Umwandlung erfolgt im Darm durch die intestinale Sulfatase, welche stark vom Mikrobiom des Darms abhängig ist. 

Normalerweise wird schulmedizinisch ausschließlich mit L-Thyroxin, also dem T4 behandelt. In sehr vielen Fällen führt das auch zur deutlichen Verbesserung der Symptome. Studien konnten zeigen, dass etwa 70 % aller Patienten unter L-Thyroxin Wohlbefinden angegeben haben. Ebenfalls schulmedizinisch behandelt wird mit Liothyronin, dem T3 – allerdings nur in sehr wenigen Fällen. Verfügbar sind auch Kombinationspräparate, die sowohl Thyroxin als auch Liothyronin enthalten. Die Problematik bei den Kombinationspräparten ist, dass hier ein vorgegebener Anteil von T3 enthalten ist, an dem nichts verändert werden kann. Zum Teil führt dies zu Problemen, da für den individuellen Patienten zu viel oder zu wenig T3 enthalten ist und man nur wenig an dem Verhältnis zueinander ändern kann.

Die häufigsten verwendeten Präparate auf dem deutschen Markt sind für das Liothyronin (T3) „Thybon“ und für das Kombinationspräparat von Thyroxin und Liothyronin „Novothyral“. Wie bereits erwähnt, führt die schulmedizinische Behandlung bei in etwa 70 % aller Patienten zu Wohlbefinden. Es bleiben immerhin ca. 30 %, die sich unter dieser Therapie nicht wohl fühlen oder gar keine Verbesserung bemerken. Woran liegt dies? Die Schilddrüse produziert tatsächlich über 30 verschiedene Hormone. Für uns messbar und bekannt sind die Hormone T1 bis T4, wobei von den üblichen Laboren lediglich T3 und T4 bestimmt werden können. 

Davon auszugehen, dass die anderen Hormone in unserem Körper keinerlei Wirkung haben, würde voraussetzen, dass unser Körper extrem ineffektiv arbeitet. Dies ist nicht der Fall – unser Körper ist ein Wunderwerk der Evolution und die meisten Vorgänge, die keinen Sinn machen und keinerlei Wirkung in unserem Körper erzielen, wurden im Rahmen der Evolution wegrationalisiert. Insofern ist davon auszugehen, dass nahezu alle Hormone, die in der Schilddrüse produziert werden, auch Einzelwirkungen entfalten – selbst wenn diese zum großen Teil uns einfach noch nicht bekannt sind.

Urin zur Behandlung von Hashimoto?

Im Alten Ägypten wurden hervorragende Ergebnisse in der Behandlung von älteren Patienten erzielt, indem man ihnen einen Extrakt aus dem getrockneten Urin junger, gesunder Menschen verabreichte. Es ist hier davon auszugehen, dass aus dem Urin große Mengen an hormonellen Metaboliten und Hormonen an die jeweiligen Patienten weitergegeben wurden. Man wusste damals noch nicht, was alles hier enthalten war, hat es ob der guten Ergebnisse aber einfach seinen Patienten verabreicht. So ähnlich ist die Idee bei der Gabe von natürlichem Schilddrüsenextrakt. 

Natürliches Schilddrüsenextrakt ist im Prinzip nichts Anderes als getrocknete Schweineschilddrüse. Diese enthält alle Hormone, die die Schilddrüse produziert und wird damit an den Einnehmenden weitergegeben. Das heißt, derjenige nimmt nun nicht nur ein oder zwei Hormone der Schilddrüse zu sich, sondern alle 30 oder sogar weit mehr, von denen wir noch nichts wissen. Auf diese Weise erfolgt eine deutlich physiologischere Behandlung, als bei der reinen Gabe von T4 oder auch bei der Kombinationsbehandlung mit T3 und T4. 

Wir wissen einiges über das Hormon T2. Dieses wurde in den letzten Jahren, vor allen Dingen im Jahre 2015, intensiv untersucht, da man sich erhofft hatte, mit der Behandlung mit T2 den heiligen Gral zur Gewichtsabnahme gefunden zu haben, denn man hatte festgestellt, dass T2 einen sehr großen Einfluss auf die Leistung des Metabolismus hat. Leider führt T2 auch zu einer Supprimierung des TSH und damit zu einer deutlichen Reduzierung der Hypophysenfunktion, was wiederum zu einer deutlichen Reduzierung der Hormonproduktion in der Schilddrüse führt. 

Eine isolierte Gabe von T2 zur Beschleunigung des Stoffwechsels ist also nicht möglich, ohne dann wieder eine erhebliche Reduzierung des Gesamtstoffwechsels und der körperlichen Energieleistung zu erreichen. Daher wurden die Forschungen nicht weiterverfolgt. Was jedoch klar wurde, ist, dass Gewichtsabnahme, Gewichtsregulierung und Temperaturregulation in großen Maße direkt von T2 abhängig sind. 

Mit T2 wird jedoch niemals behandelt und wenn die Umwandlungsprozesse im Körper aus T4 in T2 gestört sind, führt dies wahrscheinlich auch zu einer Reduzierung des Stoffwechsels und zu Schwierigkeiten in der Temperaturregulation, was erklären könnte, warum manche Patienten auch unter einer optimalen Einstellung mit T4 und sogar T3 keine optimale Körpertemperatur erreichen und weiterhin mit Gewichtszunahme zu tun haben.

Mit Schilddrüsenhormono gegen Hashimoto vorgehen

Ein weiterer großer Punkt, warum die zusätzliche Gabe von T3 oder aber die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen vom Schwein Sinn macht, sind Funktionsstörungen der Leber. Wie bereits erwähnt, findet die Konversion zu 60 % in der Leber statt. Leider gehen Autoimmunerkrankungen in vielen Fällen mit Störungen in den Enzymsystemen der Leber einher, welche zum großen Teil genetisch bedingt sind. Die Autoimmunerkrankung entwickelt sich zum Teil sogar auf der Basis dieser verschobenen Genetik. 

Daher haben Menschen mit Autoimmunerkrankungen vermehrt mit sogenannten Konversionsstörungen zu tun, bei denen nicht ausreichend T4 in T3 umgewandelt wird. In diesen Fällen kann dann natürlich die Gabe von T3 sehr sinnvoll sein. Eine weitere Problematik ist die vermehrte Bildung von reversem T3. Unter chronischem Stress, wozu auch chronische Entzündungsprozesse im Körper gehören, wird aus T4 vermehrt in der Leber reverses T3 gebildet. Dieses blockiert die Rezeptoren an den Zellen für T3, sodass keine Energieproduktionsleistung erfolgen kann und T3 nicht ausreichend wirkt. 

Auch in diesen Fällen kann es hilfreich sein, eine kombinierte Therapie oder eine Behandlung mit Schilddrüsenextrakt durchzuführen – in Einzelfällen sogar eine Behandlung mit ausschließlich T3. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle der Werte. Welche Werte macht es hier Sinn, zu kontrollieren? Immer kontrolliert werden sollte der TSH, das freie T3 und das T4. Vor allen Dingen im Rahmen eines Therapiebeginns sollte das reverse T3 kontrolliert werden, um zu schauen, ob eine vermehrte Konversion in diese inaktive Form des T3 stattfindet, um dann entsprechend vorgehen zu können. 

Auch kontrolliert werden sollte Thyroxin-bindendes-Globulin – das Transportprotein für die Schilddrüsenhormone. Denn ist hiervon deutlich zu viel da, können die Schilddrüsenhormone nicht in ihre freie und aktive Form überführt werden. Ist hiervon deutlich zu wenig da, können die Schilddrüsenhormone nicht im Blutkreislauf an das jeweilige Effektorgan, das heißt das Organ, was die Hormone braucht, transportiert werden. Bei den Transportproteinen sollte auch SHBG kontrolliert werden. 

SHBG steht für Steroidhormon-bindendes Globulin und ist ein unspezifisches Transportprotein, welches normalerweise Testosteron, Östrogen, Progesteron und andere Steroidhormone durch unseren Körper transportiert. Unspezifisch bindet es jedoch auch Schilddrüsenhormone. Ist SHBG erhöht, wie dies häufig bei Leberfunktionsstörungen und bei Störungen im Bereich der Steroidhormone der Fall ist, werden auch die Schilddrüsenhormone vermehrt gebunden und sind damit nicht in ihrer freien und wirksamen Form verfügbar. Wie bereits erwähnt, finden solche Störungen bei Autoimmunerkrankten gehäuft statt.

Was können wir abseits von der hormonellen Behandlung tun?

Der zweite große Punkt ist, wie bereits angesprochen, die autoimmune Reaktion selber. Diese führt im Körper zu einer chronischen Entzündungsreaktion und zu chronischem Stress durch die ständige Ausschüttung von Stresshormonen. Gleichzeitig kann die autoimmune Reaktion dazu führen, dass verschiedene Kreuzantikörper zu einem Angriff des Immunsystems auf andere Gewebe, wie zum Beispiel das Gehirn, hier speziell das Kleinhirn, Sehnen, Muskelanteile und ähnliches führen. 

Das heißt eine direkte Behandlung der Überreagibilität des Immunsystems sollte eigentlich eine wesentliche Rolle in der Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis spielen. Schulmedizinisch tut diese es jedoch leider so gut wie gar nicht. Als schulmedizinische Ansätze zur Behandlung der Autoimmunität wird eine Entfernung der Schilddrüse durchgeführt, um das Effektororgan, welches angegriffen wird, aus dem Spiel zu nehmen, oder aber systemische Cortisongaben.

Die Entfernung der Schilddrüse führt jedoch nicht zu einer vollständigen Reduktion der autoimmunen Reaktion – im Gegenteil, häufig sucht das überaktive Immunsystem sich ein anderes Organ im Körper, welches es dann angreifen kann und im schlimmsten Fall handelt es sich dann um eine deutlich schwerer zu behandelnde Autoimmunerkrankung, wie zum Beispiel einen Lupus oder eine Multiple Sklerose. 

Von der Entfernung der Schilddrüse bei einer autoimmunen Thyreoiditis ist daher abzuraten. Eine stabile Einstellung der Schilddrüsenhormone nach Entfernung der Schilddrüse selber ist schwierig und in den meisten Fällen geht es den Personen nach der Entfernung der Schilddrüse nicht besser als vorher.

Hilft die Gabe von Cortison?

Die Cortisongabe kann zu einer drastischen Reduzierung der autoimmunen Reaktion führen. In häufigen Fällen kommt es jedoch nach dem Absetzen zu einem Rebound-Phänomen, vor allen Dingen, wenn die Ursachen in keiner Weise bekämpft wurden. Gleichzeitig führt die Cortisongabe zu einer deutlichen Reduzierung der Eigenproduktion der Nebenniere und kann auf Dauer die Entwicklung einer Nebennierenfehlfunktion, welche bei Autoimmunerkrankungen in sehr vielen Fällen sowieso ein Problem darstellt, begünstigen.

Was gibt es also sonst für Ansätze, um die autoimmune Reaktion zu reduzieren? 

Ebenfalls rangehen kann man an diese Problematik mit naturheilkundlichen und funktionell-medizinischen Verfahren. Hierbei ist wichtig zu unterscheiden zwischen der zum einen autoimmunen Reaktion und zum anderen zwischen der Ansprechbarkeit der Zelle und der schon vorher erwähnten Hypothyreose. Wir können die Funktion der Schilddrüse in einem Frühstadium, in dem man noch keine Hormone geben möchte, weil die Funktion der Schilddrüse selber eigentlich noch ausreichend ist, unterstützen, indem wir den Körper mit allen Nährstoffen versorgen, um ausreichend Schilddrüsenhormone herzustellen. 

Zum anderen kann man den Körper darin unterstützen, dass die Schilddrüsenhormone an der Zelle auch optimal wirken können. Die wichtigsten hier zu nennenden Nährstoffe sind Zink, Selen, Vitamin A, Eisen, Jod und Tyrosin. Entgegen der oft genannten Meinung, dass bei einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung kein Jod gegeben werden darf, ist dies nur bei tatsächlichem Jodüberschuss der Fall. Problematisch ist hier, dass die meisten Studien zu Jod in Jodüberschussgebieten durchgeführt wurden. 

Deutschland ist jedoch ein Jodmangelgebiet und die Arbeitsgruppe „Schilddrüse“ der Universität Bielefeld konnte in einer Studie feststellen, dass von 800 Patientinnen mit Hashimoto-Thyreoiditis eigentlich alle einen Jodmangel aufwiesen und dementsprechend mit Jod behandelt werden mussten, um eine entsprechend vernünftige Schilddrüsenfunktion zu gewährleisten – unabhängig von der Autoimmunerkrankung. 

Zu schweren autoimmunen Schüben, wie man sie erwartet hätte, kam es hier im Falle des Jodmangels nicht. Tyrosin ist, wie schon beim T4 erwähnt, einer der Bausteine der Schilddrüsenhormone. Nur mit einem ausreichenden Tyrosinspiegel im Zusammenhang mit einer vernünftigen Jodgabe kann der Körper ausreichend Schilddrüsenhormone bilden. Des Weiteren sind die Prozesse an der Schilddrüse zur Bildung von Schilddrüsenhormonen Eisen-, Zink- und Selen-abhängig. 

Die Ansprechbarkeit an der Zelle ist zudem auch noch vom Vitamin A-Spiegel abhängig. Eine große Rolle spielen ebenfalls die Katecholamine im Körper und verschiedene Prozesse im Rahmen des Citratstoffwechsels in der Generierung von Energie. Um diese optimal laufen zu lassen sind vor allen Dingen alle B-Vitamine und das Vitamin C als zusätzliche, fast immer zu empfehlenden, Nährstoffe zu nennen. 

Vor allen Dingen bei Zink und Selen, als auch beim Eisen herrschen bei Schilddrüsenerkrankungen fast immer deutliche Mangelzustände. Dies hat viel damit zu tun, dass bei Autoimmunerkrankungen in vielen Fällen eine Störung der Darmpermeabilität vorliegt und damit eine Störung der Aufnahme von Nährstoffen. Selbst bei einer hervorragenden, guten und gesunden Ernährung kann es daher also sein, dass keine ausreichende Aufnahme von Nährstoffen über den Darm stattfinden und erst durch eine Substituierung ausreichende Spiegel erreicht werden können, um eine optimale Funktion des Körpers zu gewährleisten.

Immunmodulatoren gegen autoimmune Reaktionen

Die autoimmune Reaktion direkt kann angegangen werden mit sogenannten Immunmodulatoren. Hierfür ist es wichtig herauszufinden, welcher Anteil des Immunsystems überreagibel ist. Wir haben sowohl einen angeborenen Anteil des Immunsystems, zu dem vor allen Dingen das T-Zellsystem gehört, als auch einen erworbenen Anteil des Immunsystems, zu dem vor allen Dingen das B-Zellsystem gehört. 

Durch Untersuchungen verschiedener Interleukine kann festgestellt werden, welcher Anteil des Immunsystems überreagibel ist und dann über die Auswirkungen bestimmter Stoffe auf diese Interleukine festgestellt werden, was man geben kann, um dieses System wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Natürlich kann man, nachdem man festgestellt hat, welcher Teil des Immunsystems überreagibel ist, auch blind bestimmte Immunmodulatoren geben, die in den meisten Fällen wirken. 

Deutlich erfolgsversprechender ist jedoch dies zunächst an Blutzellen des Immunsystems auszutesten, bevor man in eine zum Teil recht teure Behandlung hineingeht. 

Am häufigsten ist bei der Hashimoto-Thyreoiditis eine Überreagibilität des angeborenen Immunsystems, also des T-Zellsystems. Als gute Immunmodulatoren für diesen Bereich ist zum Beispiel das Resveratrol zu nennen, aber auch Grapefruitsamenextrakt oder Grünteeextrakt. 

Wichtig ist hierbei, dass wenn man zu den 20 % gehört, bei denen der andere Teil des Immunsystems überreagibel ist – übrigens bezeichnet als TH2-Dominanz gegenüber der TH1-Dominanz beim angeborenen Immunsystem – erreicht man durch die Gabe von Resveratrol das Gegenteil von dem, was man gerne möchte, da man den Teil des Immunsystems stärkt, der sowieso schon überreagibel ist. 

Andere Ansätze können eine Reduzierung der chronischen Inflammation sein. Hier ist eine Regulation der Nebennierenfunktion zu nennen, wozu im Einzelnen noch in einem anderen Artikel mehr zu lesen ist. Bei ausreichender Nährstoffversorgung, einer gut eingestellten hormonellen Schilddrüsenlage und einer guten Behandlung der autoimmunen Reaktion kann die chronische Inflammation auch mit kalter Thermogenese angegangen werden. 

Hierbei erfolgen Kältebehandlungen entweder von nur einzelnen Zonen oder des ganzen Körpers, um eine direkte Stimulation über den Hypothalamus über spezifische Hirnkerne der Schilddrüse zu erreichen und damit eine Verbesserung der Schilddrüsenlage und des Metabolismus, unabhängig von der Funktion der Hypophyse und dem TSH, zu bewirken.

Weiterer große Punkte bei der chronischen Entzündungslage sind Fettgewebe, Insulinresistenzen, Leptinresistenzen und das Gewicht. Leider gehen chronische Erkrankungen der Schilddrüse häufig mit Gewichtzunahmen einher, wo in einem gesonderten Artikel intensiv drauf eingegangen wird. Fettgewebe unterliegt großen metabolischen Veränderungen und macht häufig Nekrosen durch. Das heißt einzelne Zellen des Fettgewebes sterben in vermehrter Weise ab. Dies führt zu einer starken Verstärkung des entzündlichen Prozesses im Körper und zu Veränderungen im Insulin- und Leptinstoffwechsel. 

Die nun entstandenen Leptin- und Insulinresistenzen führen wiederum dazu, dass Gewichtsabnahme deutlich erschwert wird und Gewichtszunahmen begünstigt werden. Gleichzeitig führt die chronische Inflammation wiederum zu einer Verminderung des Metabolismus. Man hat also einen verhängnisvollen Kreislauf. 

In vielen Fällen kann es nötig und wichtig sein, diesen Kreislauf zu durchbrechen, um tatsächlich eine sinnvolle Behandlung der Schilddrüsenerkrankung, der Autoimmunerkrankung und der systemischen Ganzkörpererkrankung zu erreichen.

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Autorin
Dr. Simone Koch

Simone Koch ist Expertin für Autoimmunerkrankungen. Sie beschäftigt sich mit Hashimoto, Darmerkrankungen und vielen unterschiedlichen Autoimmunerkrankungen. Zusätzlich entwickelt sie neue Behandlungsansätze für Menschen mit Autoimmunerkrankungen.

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