Hashimoto-Thyreoiditis: Mein Ernährungsupdate

Dr. Simone Koch

Dr. Simone Koch

Expertin im Bereich der Autoimmunerkrankungen

„Simone, wie ernährst du dich eigentlich mit deiner Hashimoto-Thyreoiditis?“ Diese Frage erreicht mich immer wieder und heute gebe ich euch ein Update zu meiner Ernährung. Erfahrt was ich zum Frühstück esse, wie mein Abendbrot aussieht und wie ich mein Gewicht halte. Auch meine Erfahrungen zum Intermediate Fasting möchte ich mit euch teilen und damit starten wir auch gleich.

Meine Erfahrungen mit Intermediate Fasting

Mein gestarteter Versuch, mit Intermediate Fasting abzunehmen und dabei gut zurechtzukommen, ist leider gescheitert. Ich habe ziemlich schnell festgestellt, dass es für mich nicht das Richtige ist. Es verstärkte definitiv die Stressbelastung in meinem Körper. Ich schlief schlechter, mein Schlaf wurde insgesamt extrem flach und ich hatte Probleme beim Einschlafen. Das ist natürlich extrem ungünstig. Es fühlte sich für mich einfach überhaupt nicht gut an. Und insofern habe ich das dann kurzerhand wieder aufgegeben.

Ich esse jetzt wieder dreimal täglich – Frühstück, Mittag und Abendbrot. Dafür habe ich mir bestimmte Zeiten festgelegt. Wie Intermediate Fasting für den Einzelnen funktioniert, das muss jeder für sich selbst herausfinden. Für mich und meinen Körper ist es nicht der richtige Weg.

Abnehmen bei Autoimmunerkrankungen

Ich versuche gerade noch die letzten fünf Kilo loszuwerden, die ich nicht haben will. Diese hartnäckigen fünf Kilo, die wahrscheinlich fast jede Frau mit sich rumträgt – außer die besonders dünnen Frauen natürlich.

Fünf Kilo – mein Ziel für dieses Jahr

Ich möchte beweisen, dass es möglich ist, diese schwierigsten fünf Kilo abzunehmen, auch wenn man diverse Probleme in der Richtung hat und zu einem sogenannten schlechten Verwerter gehört. Im letzten Sommer habe ich es nicht ganz geschafft, aber fast. Ich habe es auch gut gehalten. Über Weihnachten habe ich zwei Kilo zugenommen, was ich aber normal finde. Es geht den meisten so und das ist auch nicht schlimm. Status quo ist, dass ich diese zwei Kilo auch wieder losgeworden bin. Bis jetzt bin ich also nahezu auf dem gleichen Stand wie im letzten Jahr, aber dann doch ein bisschen eingebrochen mit meiner Disziplin.

Meiner Erfahrung nach funktioniert intuitives Essen nicht für Menschen mit einer Autoimmunerkrankung, mit chronischen Entzündungen bzw. chronischen Erkrankungen und Problemen mit dem Gewicht. Tendenziell neigt man dazu, immer ein bisschen zu viel zu essen und über seinen Bedarf hinaus. Insofern muss man – finde ich – lernen, wo, wann und was man isst, damit man auch hinterher sein Gewicht gut halten kann.

Wie mache ich das im Moment?

Ich wurde mehrfach gefragt, was ich denn den ganzen Tag über so esse. Hier findet ihr meinen aktuellen Essensplan:

Mein Frühstück

Im Augenblick besteht mein Frühstück aus einem Eiklar-Omelett mit ganz viel Gemüse. Darin enthalten sind immer Okras. Warum Okras? Zum einen mag ich die ganz gerne und zum anderen: Okras schleimen und dieser Schleim wirkt protektiv für den Darm. Er legt sich wie ein Film über den Darm und hilft, dass der Darm gegenüber anderen Außenreizen nicht so anfällig ist. Und deswegen esse ich morgens immer ein Omelett mit Okras.

Dort kommen noch Lauch und Zucchini rein. Bei den Zucchini ist wichtig, dass sie geschält und entkernt werden. Ich entferne das, was an den Zucchini reizend sein kann. Dieses Frühstück ist sehr lecker, macht mich auch ziemlich satt und ist sehr energiearm. Es hat viel Eiweiß und ansonsten stellt es viele Nährstoffe zur Verfügung – hauptsächlich über das Gemüse.

Ceviche zum Mittag

Zum Mittagessen gibt es bei mir momentan eigentlich immer Ceviche. Ich bin im Augenblick ein bisschen Ceviche-verrückt. Zum einen, weil ich es wahnsinnig gerne mag – das ist der eine Punkt. Und der andere Punkt ist, dass ich mich relativ viel mit Eiweißverwertung befasst habe und auf diese Weise herausfinden konnte, welche Eiweiße besonders gut aufgenommen und verwertet werden.

Ganz vorne steht Meereseiweiß. Dieses Eiweiß kann vom menschlichen Körper am besten aufgespalten werden. Warum das so ist, ist nicht so ganz klar. Aber es gibt ein Problem. Ich habe im letzten Jahr einen Versuch mit einer maritimen Ernährung gestartet und ganz viel Fisch gegessen. Damit habe ich mein Quecksilber auf 6,8 geschossen und mich so richtig schön schwermetallvergiftet. Deshalb kann ich das niemandem so richtig empfehlen. Ich war nicht die einzige. Wir waren eine Gruppe von Leuten, die das gemacht haben. Und wir haben fast alle Probleme mit Quecksilber bekommen.

Ab und zu Fisch, esse ich wahnsinnig gerne. Da kommen die norddeutschen Gene durch. Insofern gehört Fisch für mich dazu, aber ich gönne ihn mir aus den genannten Gründen nur ganz selten. Ich liebe Thunfisch über alles, doch grundsätzlich versuche ich, den zu meiden. Deswegen esse ich das Getier aus dem Meer, das klein ist und ziemlich am Anfang der Nahrungskette steht und nicht am Ende. Warum? Weil diese Tierchen nicht schon die größeren und größeren und größeren Tiere gefressen und dadurch immer mehr Schwermetalle akkumuliert haben. Ich esse also nur kleine Fischchen wie Sardinen oder Sardellen.

Interessant zu wissen: Es wird vermutet, dass man geschützt wäre gegenüber dem Quecksilber in Meerestieren, wenn man einen ausreichend hohen Selenspiegel hat. Das ist leider nicht so. Dazu gibt es eine relativ gute Studie.

Garnelen und Oktopus esse ich oft. Oktopus ist mein neuer Favorit. Er isst nur ganz kleine Tiere, keine großen und das ist der Punkt.

Oktopus ist hochintelligent, Schweine aber auch. Und Kühe sind auch nicht dumm. Ich habe viel nachgedacht über dieses Thema, weil das oft als Argument gebracht wird, warum man den Oktopus nicht essen soll. Ich finde, man muss eine Entscheidung für sich treffen, ob man Tiere isst oder nicht.

Das Abendbrot

Mittags steht Ceviche auf dem Speiseplan. Dann folgt erst einmal ganz lange nichts. Und dann gibt es abends eine große Portion Gemüse mit irgendeiner Art von Eiweiß noch, meistens ein bisschen Hühnchen oder eventuell auch einen tollen Ziegen- oder Schafskäse – möglichst einen fettarmen. Ich vertrage Alpha-s2-Casein ganz gut. Kühe produzieren Alpha-s1-Casein, Schafe und Ziegen Alpha-s2-Casein und insofern gibt es das dann abends mit ganz viel Gemüse.

Dazu Kohlenhydrate. Warum esse ich meine Kohlenhydrate abends? Wenn ich diese nicht abends zu mir nehme, neigt meine Nebenniere nachts zur Überreaktion, produziert zu viel Cortisol und ich kann dann nicht schlafen. Deswegen esse ich meine Portion Kohlenhydrate am Abend vor dem Schlafengehen. Das funktioniert ganz gut.

Und ich esse aktuell ab und zu abends Hirse. Hirse ist lektinfrei und soll für Menschen mit Darmerkrankungen und bei Glycogen-Sensitivitäten gut verträglich sein. Das probiere ich gerade aus, ob das tatsächlich so ist und für mich funktioniert. Ich bin hochgradig gluten-sensitiv und vertrage eigentlich nichts mit Lektinen. Im Augenblick sieht es so aus als ob die Hirse gut funktioniert. Das ist im Moment mein Experiment für mich und für euch.

Brot esse ich nie. Auch kein Chia-Brot oder Ähnliches. Davon halte ich auch nicht viel. Ich bin der Meinung, wenn man seine Ernährung langfristig umstellen will, dann sollte man einfach lernen, auf diese Produkte zu verzichten. Diese ganzen glutenfreien Brote sind einfach hochgradige Industrieprodukte.

Aktueller Stand und das Halten des Gewichts

Ich habe aktuell zwei Kilo abgenommen – also jede Woche ein halbes. Das finde ich in dem kurzen Zeitraum schon ganz gut. Ein bisschen soll noch runter, aber nicht mehr viel. Das ist jetzt nur noch Finetuning.

Heißhunger?

Es ist möglich, Schokolade und Kuchen zu widerstehen. Ganz selten esse ich mal ein Stück schwarze Schokolade. Mitunter mache ich mir einen Brownie aus Eiklar mit etwas Kakao und einem bisschen Erythritol. Darüber mache ich ein paar frische Himbeeren. Das ist lecker und reicht auch aus.

Ich liebe Schokolade und ich liebe Kakao. Und ganz ohne geht es auch nicht so richtig. Manchmal mache ich mir dann einfach heißes Wasser mit einem Teelöffel Kakao drin und etwas Erythritol.

Ansonsten zur Ablenkung: Eine Möglichkeit wären Süßkartoffeln, die man noch essen kann.

Wenn ihr Schwierigkeiten habt mit Heißhunger, schaut euch meinen Beitrag über Heißhungerattacken an. Weil ich glaube, es hat viel damit zu tun, wenn bestimmte andere Vorgänge nicht ausreichend funktionieren.

Ich kenne das sehr gut von früher. Inzwischen habe ich glücklicherweise so gut wie gar keinen Heißhunger mehr.

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Autorin

Dr. Simone Koch

Simone Koch ist Expertin für Autoimmunerkrankungen. Sie beschäftigt sich mit Hashimoto, Darmerkrankungen und vielen unterschiedlichen Autoimmunerkrankungen. Zusätzlich entwickelt sie neue Behandlungsansätze für Menschen mit Autoimmunerkrankungen.

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