Abnehmen mit Hashimoto – Chronische Entzündungen

Dr. Simone Koch

Dr. Simone Koch

Expertin im Bereich der Autoimmunerkrankungen

Dieser Beitrag stammt aus dem Kurs „Abnehmen mit Hashimoto“. Mehr über den Kurs erfährst du hier. Dort erfährst du auch, wie Simone es geschafft hat, mit diesem 12 Wochen Programm insgesamt 27 Kg abzunehmen. Möchte man mit Autoimmunerkrankungen – und im Speziellen mit Hashimoto und Schilddrüsenerkrankungen – an Gewicht verlieren, stellen chronische Entzündungen ein riesiges Problem dar.

Zum einen rufen chronische Entzündungen immer wieder Schübe der Erkrankung hervor. Zum anderen führt jedoch die Erkrankung selbst auch zu chronischen Entzündungen. Ein Zirkelproblem entsteht. Auf gut Deutsch gesagt, beißt sich die Katze selbst in den Schwanz. Infolgedessen verstärkt sich die Gesamtproblematik immer mehr.

Ganz entscheidenden Einfluss auf beschriebenen Kreislauf hat das Fettgewebe. Fettgewebe bzw. -zellen haben eine sehr hohe Frequenz. Das bedeutet, dass immer wieder Fettgewebe kaputtgeht. Durch diese Zerstörung fallen im Körper Entzündungsfaktoren und Entzündungsstoffe an, welche die bestehende Autoimmunerkrankung problematisch antriggern. Zeitgleich führen diese Entzündungsfaktoren zu Störungen der Sättigungshormone Insulin und Lettin, sodass Insulin- und Lepitinresistenzen ausgeprägt werden. In Konsequenz empfindet der Körper nur schwer ein Sättigungsgefühl. Man hat sehr viel Appetit, man hat vermehrt Hunger, man isst mehr, als man eigentlich sollte.

Wie erkenne ich eine chronische Entzündung?

Wenn man wissen möchte, ob bei einem selbst eine chronische Entzündung vorliegt, sollten verschiedene Parameter beobachtet werden:

  • Bestimmte Metaboliten werden auf Stress untersucht. Der LDH zeigt an, ob oxidativer Stress die Ursache ist. Hingegen weist Nitrotrysin eher auf nitrosativen Stress hin.
  • Die Mitochondrien-Funktion – v.a. die Höhe des hochsensitiven CrP – wird überprüft.
  • Auch der Wert des Interleukine 6 ist bei Hashimoto häufig auffällig.
  • Des Weiteren werden Leptin- und Insulinspiegel getestet.

Während des Abnehmens macht es durchaus Sinn, jene Parameter als Kontrolle zu nutzen. Im Laufe eines Gewichtsverlustes sinken jene Werte nämlich idealerweise. Ich selbst bin ins Abnehmen mit einer relativ ausgeprägten Leptinresistenz und einem sehr hohen Leptinspiegel gestartet. Mittlerweile befinden sich meine Werte absolut im normalen Bereich und ich habe einen sehr guten Leptinspiegel. Natürlich ist es toll, wenn man sehen kann, dass das, was man tut, auch für die Krankheit einen positiven Effekt bringt.

Des Weitereren können auch im Darm einige Eigenschaften beobachtet werden, anhand derer man beurteilen kann, ob eine chronische Entzündung vorliegt:

  • Es kann auf Calprotectin untersucht werden.
  • Außerdem sollte ein Leaky Gut Syndrom ausgeschlossen werden. Jenes Syndrom ist eine Darmpermeabilitätsstörung, bei der Antitrypsin und Zonulin Indikatoren einer chronischen Entzündung sein können.

Dass eine chronische Entzündung bei einer Autoimmunerkrankung vorhanden ist, ist sehr wahrscheinlich. Häufig wird der Sympathikus durch das Stresssystem überaktiviert. Wird viel Cortisol ausgeschüttet, führt das zu weiteren Faktoren – wie z.B. mangelnder Appetitkontrolle – welche die chronische Entzündung am Laufen halten. An irgendeiner Stelle muss man dann sagen „Schluss, jetzt reicht es“ und das Normalgeweicht ist einfach ein ganz wesentlicher Faktor hierbei.

Wie und aus welchem Grund beuge ich chronischen Entzündungen vor?

Was ich ganz wichtig finde und ich an dieser Stelle schon einmal in die Vorbereitungsvideos mit einfließen lassen möchte ist, dass eine ausreichende Energiezufuhr die Voraussetzung von Gesundheit sowie eines gesunden Gewichts sind. Um mich nicht zu einer salatblattessenden Meckertante zu entwickeln, die schnell sagt „Ich bin satt!“, muss ich meinen Gesamt-, Grund- und Leistungsumsatz so hoch wie möglich kriegen.

Das bedeutet: Bewegung, Bewegung, Bewegung, Sport, gute Einstellung der Schilddrüse und die Mahlzeiten so zu planen, dass man immer den größtmöglichen Stoffwechselumsatz mit rauszieht. Nach Möglichkeit sollte man dann eben das in einer relativ hohen Menge essen, was man auch verbraucht. Nur wenn genug Substrat zur Verfügung gestellt wird und viele Regenerations- und Reparationsprozesse laufen können, kann der Körper gesundwerden und gesund sein. 

Isst man permanent zu wenig, wird der Körper nicht gesund. Ich kenne einige Patienten, die sehr erfolgreich abgenommen haben. Jedoch sind sie dann in ein Schema reingekommen, in welchem sie ganz wenig essen. Das heißt, eigentlich nehmen sie nur die Hälfte von ihrem eigentlichen Bedarf auf, bewegen sich dann überhaupt nicht mehr und haben quasi lediglich ihren Grundumsatz, um so ihr Gewicht zu halten. Der Körper bekommt in dem Fall nicht genug Substrate, um zu heilen, gesund zu sein und zu bleiben.

Das Ziel sollte es demnach sein, auf eine wirklich gute Energieaufnahme zu kommen und den Umsatz über Bewegung und Leistung entsprechend hoch zu bringen, damit auch das Essen lebenswert, genießerisch und gut sein kann. Ihr müsst für euch lernen, was ihr wirklich essen könnt. Häufig macht man sich in der Beziehung auch einfach etwas vor und denkt „Hey, ich kann so viel essen wie mein Mann.“ – das wird aber niemals so sein. 

Dennoch ist es nicht so, dass ihr weiterhin Mini-Portiönchen, wie in der Diät essen müsst. An einem Tag, an dem ich viel Sport getrieben und mich richtig gut bewegt habe, darf bzw. sollte sogar gern mehr gegessen werden. Denn eine hohe Regeneration und Reparation ist wichtig, um eine chronische Entzündung sofort reparieren, in Schach halten und ausheilen zu können. Das wirkliche Ziel ist nämlich genau das: Das Ausheilen.  Für uns alle hoffe ich deshalb, dass wir in die Heilung finden.

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Autorin

Dr. Simone Koch

Simone Koch ist Expertin für Autoimmunerkrankungen. Sie beschäftigt sich mit Hashimoto, Darmerkrankungen und vielen unterschiedlichen Autoimmunerkrankungen. Zusätzlich entwickelt sie neue Behandlungsansätze für Menschen mit Autoimmunerkrankungen.

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