Der Hashimoto Thyreoiditis Schub

In den meisten Fällen kündigt sich ein Schub vor allen Dingen durch das Hochfahren der Stresshormone an. Das heißt, es kann ein leichtes Gefühl von Krankheit auftreten, eventuell mit einer Schwellung der Lymphdrüsen am Hals, ein Gefühl von erhöhter Körpertemperatur, die sich häufig auch leicht bestätigt, ein beschleunigter Herzschlag und eine starke, innere Unruhe. Diese Symptome halten meist mehrere Tage an, bevor sich dann zunehmend ein stärkeres Gefühl der Erschöpfung einstellt.

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Sollte der Schub mit einer erhöhten Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen einhergehen, dadurch, dass vermehrt Schilddrüsengewebe zerstört wird, kann es zu Symptomen der Überfunktion kommen. Hier können symptomatisch Schlafstörungen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Gewichtsverlust, starke innere Unruhe, Panikattacken und Haarausfall auftreten. Wichtig ist, dass viele dieser Symptome auch als Symptom der erhöhten Stresshormonausschüttung auftreten können und daher nur eine Blutuntersuchung sicher klarstellen kann, ob es sich um eine passagere, das heißt vorübergehende, Hyperthyreose oder um Symptome von durch den Schub erhöhten Stresshormonen handelt.
In der Spätphase eines Schubs geht der Körper zunehmend in die Regeneration und es treten vor allen Dingen Symptome von Erschöpfung, Denkstörungen, Konzentrationsstörungen, Wortfindungsstörungen, depressiven Empfindungen und ähnlichem auf. Vor allen Dingen auf der psychischen Seite kommt es hier vielfach zu dem Gefühl, es würde demnächst etwas Schreckliches passieren. Dieses Gefühl des nahenden Unglücks wird von sehr vielen Patienten als ein Symptom der Spätphase eines Schubs beschrieben und in der Regel verschwindet es sofort wieder, wenn der Schub ausgeheilt ist oder die Schilddrüsenmedikation an den jetzt neuen Status-Quo angepasst ist. Es ist wichtig, sich dies klarzumachen und für sich zu erleben, um zu wissen, dass dieses Gefühl nicht echt ist, sondern durch die Erkrankung ausgelöst wurde und nichts mit psychosomatischen oder psychischen Erkrankungen zu tun hat. Daher ist es stets sehr wichtig, zu erkennen, dass es sich um einen Schilddrüsenschub handelt. Um dies zu erkennen, muss man wissen, welches die eigenen Marker der Autoimmunität sind. Zum einen kann man hier die Schilddrüsenantikörper heranziehen. Wenn man also über TPO-Antikörper oder TAK-Antikörper verfügt, dann steigen diese meistens im Schub drastisch an und man kann so feststellen, ob es hieran liegt. Alternativ kann man auch über die Interleukine gehen, die die Überaktivierung des Immunsystems anzeigen. Als Wichtige sind hier bei Hashimoto zu nennen: Interferon gamma, TNF alpha, Interleukin 1 und Interleukin 10.
Wenn bekannt ist, welches dieser Leukotriene bei einem selbst erhöht ist, dann kann man diese bei einem Gefühl eines Schubs nachmessen, um zu schauen, ob es sich tatsächlich akut um eine erhöhte Entzündungsreaktion handelt, welche autoimmun gesteuert wird. Der Körper des Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis ist insgesamt aber auch anfälliger gegenüber Viruserkrankungen, bakteriellen Erkrankungen und ähnlichem und kann auch aus diesem Grund mit den oben genannten Symptomen reagieren. Nicht immer handelt es sich also tatsächlich um einen autoimmunen Schub, sondern es kann sich um eine vom Immunsystem noch im Rahmen gehaltene gastrointestinale Infektion, einen Erkältungsvirus oder ähnliches handeln, die beim vorgeschädigten Organismus ebenfalls psychische Symptome und ähnliches auslösen kann. Auch das körpereigene Handling mit von Bakterien freigesetzten Endotoxinen ist bei Autoimmunerkrankten häufig eingeschränkt, sodass vermehrt verschiedenste Symptome, wie Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Wortfindungsstörungen, Sehstörungen oder psychische Symptome auftreten können.
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Autorin
Dr. Simone Koch

Simone Koch ist Expertin für Autoimmunerkrankungen. Sie beschäftigt sich mit Hashimoto, Darmerkrankungen und vielen unterschiedlichen Autoimmunerkrankungen. Zusätzlich entwickelt sie neue Behandlungsansätze für Menschen mit Autoimmunerkrankungen.

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